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Ebola außer Kontrolle? Zahl der Infizierten um 50 Prozent gestiegen
07.05.2019

Nach dem neuerlichen Ebola-Ausbruch im Osten der Demokratischen Republik Kongo ist die Anzahl der Todesopfer auf über 1.000 gestiegen, so ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Kinshasa. Insgesamt wurden mehr als 1.500 Ebola-Erkrankungen registriert. Der Ausbruch begann im vergangenen August und ist bereits der folgenschwerste seit der verheerenden Ebola-Epidemie in Westafrika in den Jahren 2014 und 2015. Helfer bekommen die Krankheit wegen der angespannten Sicherheitslage nur schwer in den Griff. 

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Ebola Ausbruch: Mehr als 1.500 Neuerkrankungen

Die WHO-Mitarbeiter erwarteten weiter eine "anhaltend intensive Übertragung", so der stellvertretenden Direktor der Weltgesundheitsorganisation, Dr. Michael Ryan. Jedoch untergraben Misstrauen und Gewalt die Bemühungen zur Bekämpfung der tödlich verlaufenden Krankheit. Politische Gruppen und bewaffnete Milizen streuten falsche Gerüchte über den Einsatz der Nothelfer, um die Ebola-Krise für ihre eigenen Zwecke auszunutzen. Seit Januar dokumentierten die Helfer über 120 Angriffe gegen medizinische Zentren und deren Personal. Die Regierung und die Opposition müssten dringend zusammenkommen, um die Ebola-Bekämpfung zu entpolitisieren, so Ryan. "Die Katastrophe darf nicht ausgenutzt werden, um Konflikte anzuheizen."

Ryan versicherte, dass genügend Impfstoff zur Bekämpfung der Krankheit vorhanden sei. Oft scheiterten Impfkampagnen aber ebenfalls wegen der Unsicherheit und dem Aberglauben der Landbevölkerung in den Regionen.
"Wir stehen immer noch vor großen Problemen mit der Akzeptanz und dem Vertrauen der Gemeinschaft", sagte er.

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Ebola scheint jedoch nicht das einzige Problem in dem Zentralafrikanischen Staat zu sein. Die Demokratische Republik Kongo hat parallel zu der Epidemie unter einem Ausbruch von Masern zu leiden. WHO-Mitarbeiter konnten Ausbrüche der Infektion in 14 der 26 Provinzen des Landes, sowohl in ländlichen als auch in städtischen Gebieten bestätigen. Es wurden bereits mehr als 50.000 Fälle gemeldet, von denen bereits 1.000 Menschen an der heilbaren Krankheit erlegen sind.

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Liberia: Im 5. Jahr nach Ebola

Die WHO verlangt mehr internationale Unterstützung zur Bekämpfung des Ebola-Ausbruchs. Gegen die hochansteckende Virusinfektion gibt es kein Heilmittel, Impfstoffe befinden sich zumeist noch in der Erprobungsphase und sind nur für Notsituationen zugelassen. Bei dem bislang größten Ebola-Ausbruch starben zwischen 2013 und 2014 in Westafrika 11.300 Menschen. Die WHO hatte damals die Epidemie unterschätzt und zu langsam reagiert.