Leben
Coronavirus geht, Immigranten kommen deshalb wieder
16.04.2020

In Griechenland wird ein neuer Ansturm auf die Ägäisinseln erwartet. Die Sicherheitsmaßnahmen werden bereits verstärkt.
Derweil hat die umstrittene Umsiedlung allein reisender Minderjähriger in die EU Staaten begonnen.

Nachdem zuletzt im März Zehntausende Migranten die türkisch-griechische Grenze belagerten, beginnt die türkische Regierung offenbar erneut, massenhaft Migranten nach Europa zu schicken.
Diesmal führt der Weg der Migranten über die griechischen Ägäisinseln. Die EU hat derweil schon mal damit begonnen die minderjährigern von ihnen auf die EU Staaten zu verteilen.

“Millionen” Migranten wollte die Türkei im März nach Europa schicken, wenn es nach den Worten von Staatschef Recep Tayyip Erdogan geht. Dazu öffnete er schon Ende Februar sämtliche Schlagbäume an der türkisch-griechischen Grenze.
Daraufhin belagerten mehrere zehntausend Menschen fast einen Monat lang den Übergang zum griechischen Kastanies.

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Laut "RND" ging damals Erdogans Plan nicht auf. Zum einen, weil Griechenland seine Grenze nicht öffnete. Zum anderen, was viel wesentlicher ist, jedoch nicht weiter angesprochen wird, weil Deutschland und Frankreich sich zu einer Aufstockung der EU-Mittel für die Versorgung von Flüchtlingen in der Türkei bereiterklärt haben. So ließ die Türkei Ende März die Belagerer ins Landesinnere zurückbringen. Aber ist der Plan denn nun gescheitert oder doch nur verschoben?

Die Migranten sollten in Corona-Quarantäne kommen, lautete damals die offizielle Begründung. Aber nun ist die Quarantäne vorüber, und promt bringen Busse Tausende Migranten aus den provisorischen Quarantänestationen wieder in Richtung Westen. 
Diesmal geht die Reise aber nicht zur griechischen Landgrenze. Die Türkei weiß doch das diese inzwischen noch stärker gesichert als im März. Diesmal wollen sie es besser machen- und vor allem effektiver. Also steuert man die türkische Ägäisküste an.
Von dort könnten die Menschen versuchen, zu den griechischen Inseln überzusetzen. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR kamen zwischen dem 1. Januar und dem 12. April 2020 bereits 7569 Migranten aus der Türkei zu den griechischen Inseln.

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Dabei war doch eigentlich alles lange schon geklärt. Im Flüchtlingspakt, den die EU 2016 mit der Türkei schloss, hatte sich die Regierung in Ankara verpflichtet, die irreguläre Migration nach Griechenland zu unterbinden. 
Doch jetzt der Ankara- Hammer. In türkischeb Medien werden Migranten zitiert, dass türkische Offizielle sie vor die Wahl gestellt hätten, entweder interniert zu werden, oder sich zur Küste bringen zu lassen. 
Und so kam es, dass tausende mit Bussen, organisiert durch die türkischen Behörden, an die Ägäis transportiert worden.
Auch der Istanbuler Vorsitzende des türkischen Menschenrechtsvereins konnte dies gegenüber der Deutsche Presse-Agentur bestätigen, Hunderte Migranten seien wohl zur Küste gebracht worden.

Feuert Erdogan also wieder seine Migrationswaffe? Offenbar ist es soweit. Auch der griechische Verteidigungsminister Nikos Panagiotopoulos gab bekannt, dass Informationen vorliegen, wonach “eine große Anzahl” Migranten aus dem türkischen Landesinneren zur Küste gebracht worden seien. Daraufhin habe die griechische Kriegsmarine ihre Patroullien in der Ägäis verstärkt. Auch Frontex sieht sich zunehmend gefordert. So kreisen drei Flugzeuge der EU-Grenzschutzagentur jetzt auch während der Nacht über dem betroffenen Gebiet.

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Parallel hat am Mittwoch die Umsiedlung allein reisender Minderjähriger aus den griechischen Lagern in andere EU-Staaten begonnen. 
Angeblich wurden zwölf Minderjährige Athen nach Luxemburg ausgeflogen. Auch am Samstag sollen weitere 50 unbegleitete Minderjährige aus Griechenland in die EU kommen- Ziel diesmal Germany. Die Einreisenden kommen zunächst für 14 Tage in eine Corona-Quarantäne, bevor sie auf die Bundesländer verteilt werden.
In Griechenland gibt es jedoch nach Angaben von UNHCR noch etwa 5400 minderjährige Migranten ohne begleitende Angehörige. 
Davon ist nur etwa jeder Fünfte in geeigneten Unterkünften untergebracht und kann so angemessen betreut werden.
Vier von fünf leben unter meist katastrophalen Bedingungen in den überfüllten Lagern auf den Inseln und dem Festland.

Anfang März hatten mehrere EU-Staaten zugesagt, etwa 1600 von ihnen zu übernehmen. Deutschland will nach den Worten von Bundesaußenminister Heiko Maas noch bis zu 500 weitere Minderjährige aufnehmen.

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