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Deutsche sind intolerant gegenüber Schwulen und Lesben?
17.06.2019

Im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle des Bundes wurde eine neue Studie veröffentlicht zu dem Thema, wie die Deutsche zu homosexuellen Beziehungen stehen. Die Ergebnisse sind sehr zwiespältig. Einerseits fordern die deutschen Bürger gleiches Recht für alle in Bezug auf Ehen. Andererseits zeigen die Deutschen Intoleranz gegenüber das Zusammentreffen mit Schwulen oder Lesben im privaten Leben. 

Die Mehrheit der deutschen Bürger ist für eine gesetzliche Gleichstellung vom Schwulen und Lesben. 83 Prozent wollen, dass auch Homosexuelle heiraten können. Auch soll das Adoptionsrecht für alle gleichermaßen ausgeweitet werden. Mehr als die Hälfte wünscht sich mehr Unterstützung bei künstlichen Befruchtungen für homosexuelle Paare. Ob Homosexualität unmoralisch oder unnatürlich sei, da stimmten knapp 90 Prozent dagegen. "Wie die Ergebnisse der Umfrage belegen, lehnt der Großteil der Bevölkerung Diskriminierung von homo- und bisexuellen Personen und offene Formen der Abwertung ab.", so die Antidiskriminierungsstelle. 

Aber die Studie ging noch weiter. Das nächste Kapitel untersuchte die "Öffentliche Sichtbarkeit von Homosexualität". Dabei stellte sich heraus, dass knapp 40 Prozent der Befragten es unangenehm finden, wenn zwei Männer in der Öffentlichkeit ihre Zuneigung zeigen. Fast genau so viele empfänden es als unangenehm, wenn die Tochter lesbisch bzw. der Sohn schwul wäre. Die Zusammenfassung der Studie zeigt, dass die Ergebnisse in einigen Punkten weit auseinander gehen. "Neben diesen überwiegend positiven Befunden zeigen die Ergebnisse der Umfrage aber auch, dass es in Teilen der Bevölkerung durchaus noch abwertende Einstellungen gegenüber homo- und bisexuellen Menschen gibt. Während offene Abwertung, wie die Stigmatisierung von Homosexualität als unmoralisch oder widernatürlich, nur von Minderheiten geteilt wird, finden sich subtilere Formen dagegen bei einem nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung. So sind beispielsweise mehr als vier von zehn Befragten (43,8 Prozent) der Ansicht, Homosexuelle sollten damit aufhören, „so einen Wirbel um ihre Sexualität zu machen“."

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