Leben
Wegen Coronatoten: Schweizer Pfarrer postet Aufruf zu Trump- Ermordung
20.04.2020

Am heiligen Osterfest publizierte der Baseler Pfarrer Martin Dürr auf seinem Facebook-Profil einen fragwürdigen Beitrag. Dabei handelt es sich um seinen bereits 22 sogenannten "Nachtgedanken"- und vielleicht lag es ja am österlichen Messwein - aber dieses Posting hatte es tatsächlich mal in sich.

UPDATE:

Noch am Montagabend entschuldigt sich Martin Dürr auf Facebook: «Wer mich kennt, weiss: Nichts liegt mir ferner als zum Mord an einem Menschen aufzurufen. Er tut mir leid, dass dies so verstanden worden ist.» Es sei ein Fehler gewesen, eine so komplexe Frage in so verkürzter Form wiederzugeben. Als Sofortmassnahme habe er sich nun ein Schreibverbot auferlegt: «Ich habe vieles dazugelernt. Und muss noch vieles lernen», so der Industriepfarrer.

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Der Aufruf erfolgte mit eindringlichen Worten. Zuerst stellt er sich und seinen followern die Frage: «Wie kann es sein, dass sie einen pathologischen Lügner und Narzissten wählten und ihn weiterhin anbeten, als wäre er Gott?» Und dann weiter: «Wann ist der Moment gekommen, einen faschistischen Diktator umzubringen?» Das Ganze schrieb er nachdem er noch zuvor einen Direktvergleich zwischen dem Naziregime unter Hitler und den Wählern des US-Präsidenten gezogen hatte.

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Mordaufruf an Donald Trump?!

Der Aufruf des Pfarrers zog ungläubig heftige Kritik nach sich. «Welch krankem Hirn entspringt der Aufruf, einen gewählten Präsidenten umzubringen», schrieb etwa ein Nutzer in der Kommentarspalte. 

Die «Basler Zeitung» hat sich der Causa angenommen und folgerte: «Und was alles noch viel schlimmer macht: Wer Trump mit Hitler vergleicht und die Millionen von Trump-Wählern den Nazis gleichstellt, der relativiert den Holocaust.»

Während des Texts relativierte Dürr

Wegen der vielen Corona-Toten in den USA gedachte Dürr in seinem Beitrag des Theologen Dietrich Bonhoeffer, der sich am Widerstand gegen das Hitler-Regime beteiligte. 
Bonhoeffer unterstützte seinerzeit ein Attentat auf Hitler und war der Meinung, dass man in einer Diktatur notfalls auch nicht vor Mord zurückschrecken darf.
Während des Texts relativierte Dürr jedoch seine Aussagen: «Natürlich zögere ich, zum Tyrannenmord aufzurufen», schreibt er. Klar hingegen scheint für ihn: «In den USA kann nur ein Umsturz eine noch viel grössere Katastrophe verhindern.»