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Gerichtsverhandlung in Berlin: Mann furzt neben Polizistin und verletzt ihre Ehre?
07.09.2017

Zu einer skurrilen Gerichtsverhandlung kam es in Berlin. Die Richterin musste sich mit der Frage befassen, ob Christopher S. eine Polizistin durch Furzen beleidigt und in ihrer Ehre verletzt haben soll.
 
Die Polizei hat eine Gruppe in Berlin kontrolliert. "Das Prozedere dauerte eine Dreiviertelstunde in klirrender Kälte und war durch ständige Videoaufnahmen, umfangreiche Taschenkontrollen und verbale Auseinandersetzungen begleitet", berichtete der Angeklagte gegenüber der "taz". Der Gruppenleiter der Polizeieinheit sah angeblich wie Christopher S. zwei Mal in der Nähe einer Beamtin gefurzt haben soll. Der Beamte drohte mit einer Anzeige. Zwölf Monate später erhielt der Mann einen Strafbefehl in Höhe von 900 Euro, berichtet der Stern. Er legte Widerspruch ein. Das  Verfahren wurde erst jetzt von der Richterin eingestellt.
 
 „Es gab keine Auflagen, und das Gericht übernimmt auch sämtliche Kosten, was sehr selten ist", erklärte der Verteidiger des Angeklagten gegenüber „taz“. „Dass ein Gruppenleiter der Polizei die Ehre einer Kollegin durch einen Furz verletzt sieht und Anzeige erstattet, ist die eine Sache. Dass dann aber die Staatsanwaltschaft und das Gericht die Anklage zulassen, ist ein klarer Fall von behördlichem Versagen.“
 
Sind deutsche Gerichte wirklich so überfordert, wie in der letzten Zeit berichtet wird?

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