Leben
"Werden Abschaffung durchsetzen" Deutsche Medienaufseher erhöhen Druck auf Porno-Portale
07.04.2020

Dass schon Jugendliche und Kinder im Netz ungehindert harte Pornografie konsumieren können, wollen nun deutsche Medienaufseher nicht länger hinnehmen. Ab sofort legen sie sich mit den Größen der Branche an.

"Der Jugendschutz macht keinen Sinn, wenn jedes Kind vom Kikaninchen zu Pornhub wechseln kann."

Medienaufseher Tobias Schmid kritisiert die aktuelle Situation und will nun die jahrelange Hinhaltetaktik der Porno-Branche nicht weiter mit ansehen. 

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"Wenn wir einerseits im Fernsehen jeden Trailer kontrollieren, Kinder im Netz aber ungefiltert mit abnormalen Sexualpraktiken konfrontieren, können wir es auch sein lassen."

Schmid, Chef der Landesanstalt für Medien NRW, nimmt den Klassiker "Gangbang", ein Standard-Angebot der großen Porno-Portale als ein Negativbeispiel:"Wenn bei Kindern der Eindruck entsteht, Gangbang ist eine normale Sexualpraktik, in der die Frau benutzt und gedemütigt wird, dann ist das sicherlich ein extremes Problem." Kinder und Jugendliche sollten vor solchen Inhalten geschützt werden und nicht damit aufwachsen, das sei schließlich der Kern des Jugendschutzes.

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Schmid hat nun einen bundesweiten Vorstoß gestartet. Er will die reichweitenstärksten Porno-Portale dazu zwingen, in ihren deutschsprachigen Angeboten eine wirksame Altersbeschränkung einzuführen. Ein Bescheid an den vermutlichen Marktführer mit Sitz in Zypern ist bereits verschickt.
Auch die EU-Kommission wurde über unser Vorgehen benachrichtigt. Nun gilt: Entweder die Anbieter führen eine ordentliche Altersverifikation ein, oder wir werden ihre Abschaltung durchsetzen."

Ein Großteil der Eltern in Deutschland scheint das Vorgehen zu unstützen. So ergab eine repräsentative Meinungsumfrage im Auftrag des Kinderhilfswerks unlängst: 93 Prozent der befragten Eltern sind für härtere Strafen gegen Anbieter bei Verstößen gegen den Kinder- und Jugendschutz im Netz.