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Asylbewerber: Jetzt schiebt die Schweiz ihre Asylanten nach Deutschland ab?
14.03.2019

Die Schweiz hat Anfang März ein neues Asylzentrum im Kanton Thurgau eröffnet. Es befindet sich in Kreuzlingen, der zweitgrößten Stadt am Bodensee, in nur ca. 300 m Entfernung zur deutschen Grenze. Der Landrat des nur wenige Kilometer entfernten Konstanz , Frank Hämmerle, fordert deshalb nun die Grenzkontrollen zur Schweiz zu verstärken.

Hämmerle schreibt in einer Stellungnahme: „Von der Politik erwarte ich, dass die Bundespolizei vorübergehend Grenzkontrollen an diesem Grenzabschnitt durchführen darf“. Nur unter diesen Voraussetzungen könnten „die Beamten auch Zurückweisungen vornehmen.“

Die Forderung wurde zeitnah von mehreren deutschen Medien aufgegriffen. Einige Tage zuvor hatte zudem die «Bild»-Zeitung über ein internes Schreiben der für den Grenzschutz zuständigen Bundespolizei berichtet. Darin soll vor mehr unerlaubten Einreisen von abgewiesenen Asylsuchenden aus der Schweiz gewarnt werden. 

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Der Landrat betont in dem Schreiben außerdem, dass die Schweiz „abgelehnte Asylbewerber oder Personen die Straftaten begangen haben, abschiebt“, was „richtig und nachvollziehbar sei“. Hier sollte es Deutschland seinem Nachbarstaat gleichtun.

Verwunderlich sei im Wesentlichen, weshalb die Asylzentren wie jenes in Kreuzlingen direkt an der Grenze entstehen müssen: „Da stellt sich aber die Frage, warum nicht Ausreisezentren in der Nähe der Flughäfen eingerichtet werden, sondern hier in Kreuzlingen, 300 Meter von der Grenze zu Deutschland entfernt.“ 

Immerhin, so Hämmerle, „schiebe die Schweiz wie Deutschland hauptsächlich von Flughäfen aus ab.“