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Die Hölle in Notre Dame!
16.04.2019

Am Montagabend hat ein Großbrand weite Teile des weltberühmten Pariser Notre Dame verwüstet. 
Die historische Kathedrale war weit mehr als nur ein Touristenmagnet – es ist ein Nationalsymbol Frankreichs und besonders für die christliche Gemeinde von großer Bedeutung.

Das Ausmaß der Zerstörung ist gewaltig:  Ein Feuerwehrsprecher bezeichnete die Schäden als dramatisch. Die Flammen zerstörten demnach weite Teile des Daches und brachten den Vierungsturm zum Einsturz.
Die Baustruktur, das Gewölbe und insbesondere die beiden viereckigen Haupttürme an der Westfassade konnten gerettet werden. Mittlerweile konnten die Brände gelöscht werden. Doch nun stellt sich die Frage, wie das passieren konnte.

Pariser versammeln sich zum gemeinsamen Gebet

Traurige und fassungslose Menschen standen stundenlang in der Stadt nahe des berühmten Bauwerks und konnten ihren Augen nicht trauen. Welch Symbolik in der sogenannten Karwoche kurz vor Ostern. Viele der entsetzten Zuschauer fühlten sich bei der Ansicht des einstürzenden Turmes unweigerlich an die Anschläge vom 11. September erinnert.
Nach dem verheerenden Großbrand stehen die Ermittlungen nach den Ursachen nun im Mittelpunkt des Interesses. Es sei weiterhin unklar, warum am frühen Montagabend das Feuer in dem weltberühmten Wahrzeichen der französischen Hauptstadt ausgebrochen sei, sagte der Staatssekretär im Innenministerium Laurent Nunez am Dienstag.

Der pariser Staatsanwalt leitete bereits eine Untersuchung ein, von Brandstiftung wurde in diesem Zusammenhang jedoch nicht gesprochen. Die Ermittler begannen noch in der Nacht, die Arbeiter der Baustelle zu befragen. Diese hatten kurz vor Ausbruch des Feuers ein Gerüst angebracht, um ca. 18.50 Uhr wurde der Brand dann entdeckt. Die Flammen breiteten sich über den Dachstuhl rasant aus und erfassten danach die beiden großen Türmen der Kathedrale, aus denen schwarzer Rauch entrang. 

Notre-Dame – weit mehr als eine Touristenattraktion

In diesem Zusammenhang sei die Serie von Kirchenangriffen in Frankreich erwähnt. Welt am Sonntag berichtete aktuell, dass in Frankreich jeden Tag zwei Kirchen angegriffen und geschändet werden. Auch in Deutschland sind christliche Kirchen und Einrichtungen bereits zu Angriffszielen geworden. 

Eine Chronik der Angriffe laut WamS:  
5. März Schändung der katholischen Kirche in Reichstett, 
Elsass: Satansymbole, Kirchenfenster eingeschlagen. 
7. März Orgel in der Kathedrale Saint-Denis, Paris, beschädigt. 
11. März „Vandalismus“ in Saint-Denis, Straßburg. 
17. März Feuer in Saint-Sulpice, Paris.

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„Ich bin traurig, dass ich heute Abend sehen muss, wie dieser Teil von uns allen brennt“, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bei einem Besuch am Montagabend vor Ort. Die Notre-Dame sei ein Teil der französischen Geschichte und Psyche, „das Epizentrum unseres Lebens“. Er versicherte: „Wir werden Notre-Dame gemeinsam wieder aufbauen“. Man werde „eine nationale Spendenaktion ins Leben rufen.

Die französische Milliardärsfamilie Pinault (Gucci, Saint Laurent, Balenciaga) versprach umgehend 100 Millionen Euro für den Wiederaufbau der von Flammen verwüsteten Kathedrale, wie Francois-Henri Pinault, der Chef des Luxusmodekonzerns Kering , in der Nacht auf Dienstag bekannt gab.

Entsetzter Macron verspricht Wiederaufbau

Weltweit zeigten Politiker und Verantwortliche auf der ganzen Welt ihr Entsetzen über die Verwüstung von Notre-Dame. EU-Ratspräsident Donald Tusk twitterte etwa, ganz Europa stehe an der Seite von Paris. Er forderte die 28 Mitgliedstaaten zur Teilnahme beim Wiederaufbau der Kathedrale teilzunehmen.
Auch US-Präsident Donald Trump postete auf Twitter, es sei „so entsetzlich“, Notre Dame brennen zu sehen. Er gab den hutgemeinten Ratschlag zum Einsatz von Löschflugzeugen. Der französische Zivilschutz erklärte daraufhin jedoch, dies käme nicht infrage, weil dadurch das gesamte Gebäude zerstört werden könnte. 

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