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Dieser Milliardär hat reihenweise minderjährige Mädchen missbraucht?
10.07.2019

Im Fall des Jeffrey Epstein ist die Geschichte eines milliardenschweren Sexualstraftäters, der einen Deal mit den amerikanischen Justizbehörden schloss – und jetzt doch zu Fall gebracht wird. Aber es geht dabei um noch viel mehr: Der Angeklagte pflegte enge Kontakte bis in allerhöchste Kreise. Dort bricht nun Panik aus, und die Lossagungen von ihm können plötzlich gar nicht schnell genug gehen. So wurde bereits 2015 von „Prinz Andrews Kumpel und seiner Schwäche für „Girls“ berichtet 


Das britische Königshaus dementierte umgehend und bereits zwei Mal innerhalb weniger Tage die Sex- Vorwürfe gegen den Prinzen. Der Fall wird sich aller Voraussicht nach in den kommenden Wochen noch hohe Wellen im amerikanischen Politik- Establishment schlagen, sowohl auf Seiten der Demokraten als auch beim Präsidenten selbst. 

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Es wird berichtet, dass der US Präsident im Jahr 2002, zu einem Zeitpunkt an dem er noch nicht politisch aktiv war, in in seiner unverkennbaren Art, Jeffrey Epstein sei einen "großartiger Mann" bezeichnete. Er verriet dem "New York Magazine" damals auch, es werde sogar erzählt, dass Epstein "schöne Frauen genauso mag wie ich. Und viele von denen sind eher von der jüngeren Sorte." Trump dürfte diese Worte inzwischen bereuen.

What FBI Says It Found In Jeffrey Epstein’s Home

Derzeit sitzt Epstein, der sein Vermögen vor allem als Investmentbanker gemacht haben soll, im gleichen Hochsicherheitsgefängnis wie der mexikanische Kartellboss „ElChapo“. Der New Yorker Staatsanwalt Jeff Berman wirft dem 66-jährigen Milliardär einen florierenden Sexhandel mit Minderjährigen vor und will ihn damit möglichst für mehrere Jahrzehnte hinter Gitter bringen. Und wie in so vielen #MeToo-Fällen geht es auch hier um Fragen von Reichtum und Einfluss.

Epstein besitzt eine Insel in der Karibik, sowie Häuser in Paris und New York City, eine Ranch in New Mexico und eine ganze Flotte von Luxusautos. Vor 17 Jahren, also zu dem Zeitpunkt als Trump ihn als „großartig“ empfand, hatte er Ex-Präsident Bill Clinton und andere namhafte Persönlichkeiten mit seinem Privatjet zu einer AIDS-Hilfsmission nach Afrika geflogen. Der ehemalige und der amtierende US-Präsident zählten bis jetzt zum Freundeskreis des gut vernetzten US-Unternehmers, wie auch der britische Prinz Andrew. 

Bill Clinton's office denies knowing Epstein's 'terrible cimes'

Doch Clinton und Trump kommen gerade parallel zu der Erkenntnis, dass sie Epstein seit Jahren nicht mehr gesehen haben und nichts von seinem angeblichen Fehlverhalten wussten.  Es habe vor langer Zeit ein Zerwürfnis mit ihm gegeben, behauptet Trump, und überhaupt sei er nie ein „Fan“ von Epstein gewesen

Rückblick auf den Oktober 2007: Hier traf Alexander Acosta, damals der oberste Staatsanwalt der amerikanischen Bundesbehörden in Florida, einen 44-jährigen Anwalt namens Jay Lefkowitz. Die beiden hatten einen Deal auszuhandeln. Es ging bei diesem Deal um einen schwerreichen Mann namens Jeffrey Epstein: Er wurde beschuldigt, sich an minderjährigen Mädchen vergangen zu haben.

Es war kein schwammig gelagerter Fall, denn alle Opfer berichteten im Wesentlichen, sie hätten dasselbe erlebt. Sie wurden auf Epsteins Anwesen gelockt und bekamen 200 Dollar dafür, dass sie ihn massierten. Während der Massage touchte er an ihnen herum und versuchte, wie weit er gehen konnte – bei manchen Mädchen kam es zur Vergewaltigung. Er machte danach Fotos von seinen Verbrechen. Er schickte ältere Mädchen aus, um jüngere Mädchen für ihn zu rekrutieren. Hinterher wurden viele Opfer mit großzügigen Geschenken überhäuft.

 

Jeffrey Epstein’s ‘Pedo Island’ Burns To The Ground

Der Deal, den Lefkowitz mit Acosta aushandelte, lautete so: Epstein wurde wegen Vergewaltigung eines einzigen seiner Opfer – eines 14-jährigen Mädchens – verurteilt. Er verbrachte dafür lediglich 13 Monate im Gefängnis, die er unter komfortabelsten Bedingungen absaß: Er durfte seine eigenen Security-Leute anheuern und ging tagsüber in sein Büro, als ob nichts wäre. Der einzige Nachteil für ihn: Er musste auf die Liste der besonders gefährlichen Sexualstraftäter.

Aber der Deal hatte jedoch ebenfalls ein paar interessante Nebenaspekte. Die Ermittlung des FBI in die Verbrechen von Epstein wurde abrupt gestoppt. Die „nichtangeklagten Mitverschwörer“ von Epstein – die im Deal nicht genannt werden – gingen straffrei aus. 

All dies ist in höchstem Maße ungewöhnlich. Ein zentraler Teil jenes Deals ist außerdem illegal: Die Opfer von Jeffrey Epstein wurden nicht darüber informiert. Sie hatten keine Möglichkeit, Einspruch einzulegen.