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Drohnenangriff auf saudisches Erdöl – war das eine USA Drohne?
16.09.2019

Am frühen Samstagmorgen hatten mehrere Explosionen Anlagen des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco in Churais und Abkaik erschüttert. Auf Videos in sozialen Netzwerken waren große Feuer über den Komplexen zu sehen. Experten sehen in der Drohnenattacke einen Angriff auf das Zentrum der saudischen Ölindustrie. Nach Angaben von Saudi Aramco ist der Komplex die größte Raffinerie des Landes und die größte Rohölstabilisierungsanlage der Welt.

Drohnenattacke legt Ölindustrie in Saudi-Arabien lahm

Die Drohnenangriffe auf zwei wichtige Ölraffinerien in Saudi-Arabien haben den Konflikt zwischen der US Administration und der Führung in Teheran auf eine neue gefährliche Stufe. Laut den USA stecken angeblich die Iraner hinter dem Angriff auf die Ölanlagen. Der twitternde US-Präsident drohte daraufhin über den Kurznachrichtendienst mit militärischen Gegenschlägen. Der Ölkurs reagierte daraufhin empfindlich- die Preise sind in der Nacht dramatisch gestiegen.
Zugleich dementierte Trump auf Twitter seine Aussage, dass er ohne Vorbedingungen zu einem Treffen mit der iranischen Führung bereit sei.

Ein Militärsprecher der Huthis hatte den Angriff mit zehn Drohnen als "legitime Antwort" auf die anhaltende Militärkampagne Saudi-Arabiens im Jemen bezeichnet. Das arabische Königreich führt im Jemen eine von den USA unterstützte Militärkoalition an, die gegen die Huthis kämpft. Diese werden wiederum vom Iran unterstützt und halten große Teile des Nordjemens inklusive der Hauptstadt Sanaa unter Kontrollei. Trotz der Bekennung der jemenitischen Huthi-Rebellen zu dem Anschlag hatte US Außenminister und Hardliner im Irankonflikt, Mike Pompeo die iranische Führung für die Angriffe in Saudi-Arabien verantwortlich gemacht. Teheran widersprach dem sofort und bestritt jegliche Beteiligung.

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Trump selbst hielt sich bei der konkreten Benennung der Urheber zurück. 
In einem Posting von gestern Nacht schrieb er auf dem Kurznachrichtendienst : "Es besteht Grund zu der Annahme, dass wir den Täter kennen." Die USA stünden Gewehr bei Fuß, warteten aber auf eine Bestätigung und auf Angaben der saudischen Führung, wen sie für den Angriff verantwortlich mache und unter welchen Bedingungen vorgegangen werden solle.

Frei nach dem Sprichwort „was kümmert mich mein Geschwätz von gestern“ räumte Trump kurze Zeit später noch mit den „Mediengerüchten“ auf, die berichteten, er würde ohne "ohne Bedingungen" zu einem Treffen mit der iranischen Führung bereit sein. Berichte wie diese seien “wie üblich“ falsch- und ganz einfach Fake News. 

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Trump selber hatte jedoch mehrfach gesagt, er sei ohne Vorbedingungen zu einem solchen Treffen bereit. Erst am vergangenen Dienstag wurde ebenfalls von Pompeo noch einmal betont, Trump sei zu einem Treffen ohne Vorbedingungen bereit.

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Zu den Angriffen in Saudi Arabien hatte US Außenminister Pompes noch am Samstag auf Twitter geschrieben: "Inmitten der Rufe nach Deeskalation hat der Iran jetzt einen beispiellosen Angriff auf die Welt-Energieversorgung verübt. Es gibt keinen Beweis, dass die Angriffe vom Jemen kamen."
Der einflussreiche US-Senator und Trump-Vertraute Lindsey Graham hatte sich am Samstag dafür ausgesprochen, iranische Ölraffinerien anzugreifen. Ein solcher Schritt würde der Führung in Teheran "das Rückgrat brechen", schrieb er auf Twitter.

Ein Militärschlag gegen Iran rückt näher