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ISIS Rückkehrer: Sittenpolizistin wegen grausamer Tötung eines Mädchens von Gericht
10.04.2019

Jennifer W. ist die erste inhaftierte deutsche IS-Heimkehrerin. Sie muss sich seit Dienstag vor dem OLG München wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und des Kriegsverbrechens einer Kindstötung verantworten. Sie soll angeblich als "Sittenpolizistin" gearbeitet haben und ungerührt ein fünfjähriges Mädchen verdursten lassen, welches sie mit ihrem Mann auf einem Sklavenmarkt gekauft hatte. Eine Besonderheit in diesem Fall ist die prominente Anwältin der Nebenklägerin. Es ist Amal Clooney, die Menschenrechtsanwältin und Ehefrau von Hollywood-Superstar George Clooney (55)

Am Dienstag begann in München der Prozess gegen die erste deutsche IS-Rückkehrerin, gegen die nach ihrer Heimkehr nach Deutschland ein Haftbefehl erwirkt werden konnte. Jennifer W. muss sich vor dem Oberlandesgericht München wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung und des Kriegsverbrechens einer Kindstötung verantworten. Sie soll ungerührt ein fünfjähriges Mädchen verdursten lassen haben, das sie mit ihrem Mann als Sklavin gekauft hatte.

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Die ehemalige Detmolderin soll Deutschland im Spätsommer ´14 verlassen haben, um sich dem Islamischen Staat anzuschließen. Über die Türkei und Syrien soll sie dazu im September 2014 zum IS in den Irak gereist sein und sich dort diesem angeschlossen haben.
Der Anklage zufolge nahm Jennifer W. im Juni 2015 in den irakischen Städten Falluja und Mossul eine Tätigkeit als „Sittenpolizistin“ auf. Sie sei abends in Parks der beiden Städte patrouilliert. Zur Einschüchterung diente ihr dabei die Kalaschnikow und eine Pistole. Sie war außerdem mit einer Sprengstoffweste ausgerüstet worden.
Ihre Aufgabe sei in der Zeit gewesen, darauf zu achten, dass die Frauen in den Städten die Kleidungsvorschriften des IS einhielten. Für diese Aufgabe erhielt die Deutsche nach den Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft zwischen 70 und 100 Dollar pro Monat.

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Im Sommer 2015 soll W. von ihrem Geld aus einer Gruppe von Kriegsgefangenen Jesiden heraus ein fünf Jahre altes Mädchen gekauft haben. Das Kind wurde zur  Arbeit im Haushalt der Islamisten gezwungen.
Als die 5-jährige dann erkrankungsbedingt eingenässt hatte, wurde sie vom Ehemann der Angeklagten zur Strafe bei sengender Hitze im Freien angekettet. Jennifer W. Hat ihren Ehemann dabei tatenlos zugesehen und gewähren lassen. Sie hat bis zu Tod des Mädchens nichts zur Rettung des Kindes unternommen.

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Für den Prozess sind zunächst 23 Verhandlungstage bis Ende September angesetzt. Laut einem Bericht des Magazins "Der Spiegel" wird die Mutter des getöteten Mädchens als Nebenklägerin auftreten. Die Frau soll ebenfalls als Sklavin im Haushalt von W. gehalten worden sein. Vertreten wird sie durch Amal Clooney. Dem Spiegel zufolge will die Bundesanwaltschaft ihre Vorwürfe gegen die Angeklagte auch auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit ausweiten. Ob die Ehefrau des Hollywood-Schauspielers George Clooney persönlich vor dem Gericht erscheinen wird, konnte ein OLG-Sprecher nicht sagen.