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Telekonferenz fällt aus: wegen Morddrohungen durch Rechtsradikale

Ein Versuch der politisch neutralen Diskussion ist in der Ukraine in die Hose gegangen. Ein ukrainischer Sender plante zusammen mit dem führenden russischen Sender, Zuschauern von der russischen und der ukrainischen Seite ein Mitspracherecht zu geben. Die Initiative scheiterte, nachdem die Mitarbeiter mit Morddrohungen, gesellschaftlichem Druck sowie Protestlern vor dem Betriebsgebäude überschüttet wurden.

 

 

Die Show „Wir müssen miteinander reden“ wurde eigentlich als unpolitische Debattensendung gedacht. "Die Idee einer 'Wir müssen Reden' - Telekonferenz zwischen den Leuten im NewsOne Studio und den Leuten in Russland verursachte eine echte Flut von Zuschriften und Anrufen von unseren Zuschauern. Sie freuen sich und haben großes Interesse an dieser Veranstaltung“, erklärte der ukrainische Sender NewsOne. "Wir vom Fernsehsender NEWSONE, verurteilen nachdrücklich die Tatsache, dass die rechtsextremen Radikalen beispiellosen Druck ausgeübt haben und dass die Journalisten des Fernsehsenders im Zusammenhang mit ihren beruflichen Pflichten eingeschüchtert wurden. Leider gehört die Ukraine bei der Zahl der Fälle von Gewalt gegen Medienschaffende, um ihre Aktivitäten zu behindern, seit Langem zu den führenden der Welt. [...] Wir hoffen, dass diese Fakten sowohl von den EU-Institutionen insgesamt als auch von den am Normandie-Format teilnehmenden Ländern eingehend untersucht und gebührend berücksichtigt werden."

 

 

Da der ukrainische Präsident, Wolodymyr Selenskyj von der Idee, Menschen beider Länder in den Dialog treten zu lassen, nicht begeistert war und von einem "billigen, aber gefährlichen PR-Stunt" sprach, kann man auf mehr Demokratie in den öffentlichen Debatten kaum hoffen.