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Trump und Israel- das steckt dahinter?
09.04.2019

Die Beziehung zwischen Israel und den USA ist von je her etwas ganz Besonderes. Manchmal ist bei der Allianz mitunter nicht ganz klar, ob der Schwanz nicht mit dem Hund wedelt, oder doch andersherum..
Nun aber stehen die Parlamentswahlen in Israel und auch die Präsidentschaftswahlen 2020 in den Vereinigten Staaten vor der Tür und beide amtierenden Regierungschefs, Trump und Netanyahu sehen einer großen Herausforderung entgegen. Der israelische Premier wird zusätzlich noch in einem Korruptionsskandal angeklagt. Anscheinend glauben beide, dass jetzt eine intensive gegenseitige Lobhudelei vorteilhaft für das jeweilige Abschneiden wäre. 

Die Bibi-Trump bromance

Die besonders enge Verbindung zwischen US-Präsident Donald Trump und dem israelische Premierminister Benjamin Netanyahu besteht seit geraumer Zeit. So übernachtete dereinst „Bibi“, wie der israelische Ministerpräsident liebevoll von seinen Unterstützer genannt wird, bei einem Aufenthalt in den Vereinigten Staaten im Bett des Schwiegersohns des Präsidenten- Jared Kushner. Man könnte also ohne Übertreibung von einer besonders innigen Beziehung sprechen. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass noch bevor Trump in das Oval Office eintrat, Bibi sein Mann war - er unterrichtete die US-Gesetzgeber, wie fehlerhaft Obamas Nahostpolitik war und wie gut es für Israel wäre, den Atomvertrag mit dem Iran zu streichen. 

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Trump hat sich Netanyahus Forderungen ohne zu zögern angeschlossen und natürlich den Iran-Deal gestrichen, genau wie er es vorher in seinem Wahlkampf versprochen hatte. Und auch darüber hinaus wurde die offensive israelische Politik mit großen Gesten der US-Unterstützung überschüttet, so zog sich die Trump-Administration wegen ihrer angeblichen anti-israelischen Vorurteile aus dem UN-Menschenrechtsrat zurück, verlegte die amerikanische Botschaft nach Jerusalem und erkannte unter anderem die Annexion der syrischen Golanhöhen durch Israel an. Die Wut und Proteste der Palästinenser und anderer Nationen wurden seitens der USA dabei umkommentiert übergangen. Nun folgte auch noch die Einstufung der iranischen revolutionären Garde als Terrororganisation, was ebenfalls mit großer Zufriedenheit in Israel zur Kenntnis genommen wurde. 

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Weniger als eine Woche vor den entscheidenden Parlamentswahlen in Israel, am Dienstag, schien Trump für Netanyahu in die finale Phase des Wahlkampfes einzutreten. Er verkündete Freitag kurzerhand den amerikanischen Juden in Las Vegas in gewohnt bizarrer Art, dass Bibi "ihr" Premierminister sei. 

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So ist mit Sicherheit anzunehmen, dass Trump einen mächtigen und stimmlichen Verbündeten in Israel behalten wird, wenn der israelische PM trotz aller Korruptionsskandale, die ihn umgeben, an der Macht bleibt. Und genau dies könnte im Jahr 2020 nützlich sein, wenn Trump sich um eine Wiederwahl als US-Präsident bemüht. Das beispiellose Ausmaß der israelischen Unterstützung kann ein starkes Argument für viele Amerikaner sein,einschließlich Juden und den christlichen Evangelikalen, um Trump 2020 für weitere zwei Jahre im Amt zu belassen..