Politik
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Verurteilung wegen Kindesmissbrauch aufgehoben: Erzbischof ist wieder frei
06.12.2018

Erzbischof von Adelaide, Philip Wilson war wegen Vertuschung von Kindesmissbrauch für ein Jahr Hausarrest verurteilt worden. Die Berufungsinstanz hat nun jedoch das Urteil aufgehoben. Das Gericht sei unsicher, ob die Aussage des Klägers der Wahrheit entspreche. 
 
Wilson wies alle Vorwürfe vehement zurück. Mehr noch. Er weigerte sich, von seinem Amt als Erzbischof zurückzutreten. Erst auf Druck des damaligen australischen Premierministers hat er sein Amt niedergelegt. Der Freispruch kam der  Staatsanwaltschaft unerwartet vor.
 
Kinderschänder-Skandale erschüttern die katholische Kirche seit längerem. Von 2001 bis 2010 untersuchte der Vatikan sexuelle Missbrauchsvorwürfe, von denen über 3.000 Priester betroffen waren. Zahlreichen Opfern des sexuellen Missbrauchs hat die Kirche umgerechnet insgesamt rund 276 Millionen Euro gezahlt.
 
Ein ans Licht gekommene Geheimdokument belegt, dass die katholische Kirche Bischöfe aufgefordert hat, systematischen Missbrauch von Kindern zu vertuschen, um den Ruf der Kirche nicht weiter zu beschädigen. Moralischer Verfall der Kirche ist allerdings so durchgreifend geworden, dass man ihn nicht mehr runterspielen kann.
 

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