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Wahldebakel für Kramp-Karrenbauer
28.10.2019

Die CDU verliert wieder zweistellig in Thüringen, Abgestürzt von Platz eins auf Platz drei. Sie landet hinter den Linken und der AfD nur auf Platz drei. Diese Pleite ist das spezielle Debakel für die Union.Von außen schaltet sich  Friedrich Merz ein. Er warnt seine Partei über die sozialen Netzwerke. Die Junge Union kritisiert diesmal die falsche thematische Weichenstellungen im Wahlkampf. „Wir haben wohl in den letzten Monaten die falschen Themen gesetzt“, so der Chef der Jungen Union Tilman Kuban in einem Statement zu dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die CDU müsse sich die Frage stellen, „wie sie den großen Anteil der Leute im ländlichen Raum besser erreicht“.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer (57) verfolgte die Pleite gestern Abend im TV – umgeben von CDUlern im Berliner Adenauer-Haus. Im politischen Berlin wird nun langsam die Frage aufgeworfen: Wie steht es denn jetzt um AKKs Kanzlerkandidatur? Nicht einmal ein Jahr ist die Merkel-Nachfolgerin im Amt – und hat schon VIER Wahlniederlagen auf dem Konto: Europawahl (minus: 7,5 Punkte), Sachsen (minus 6,9) und Brandenburg (minus 7,4) – jetzt auch noch Thüringen!

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Thüringen-Wahl: Linke siegt klar – AfD vor der CDU

Kramp Karrenbauer gelang es nicht, den Anti-Merkel-Trend unter Unionsanhängern zu stoppen. Die zentrale Frage: Wie viele Niederlagen kann sich die die Partei mit dieser CDU-Chefin noch leisten? Denn eines ist klar- Die CDU hat enorm viele Stimmen an andere Parteien verloren. 27 000 CDU-Wähler sind zur Linken abgewandert, noch mehr musste sie an die AfD abgeben (37 000). An die FDP gingen ihr 13 000 Stimmen verloren, an SPD und Grüne 8000 bzw. 6000.

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Friedrich Merz war im Dezember letzten Jahres noch knapp beim Kampf um den Parteivorsitz unterlegen, startete noch am Abend eine Attacke gegen die amtierende Vorsitzende: „Das Wahlergebnis von Thüringen kann die CDU nicht mehr ignorieren und aussitzen“, schrieb er auf Twitter.

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Doch Merz ist nicht der einzige lautstarke Kritiker: 
Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff attackiert AKK bei „Anne Will“: „So eine Landtagswahl ist nicht rausgekoppelt aus dem Bundesgeschehen … irgendwelche Marginalthemen oder Streitereien zwischen Außenminister und Verteidigungsministerin dominieren das Bild so sehr, dass es für die Wahlkämpfer vor Ort nicht leicht ist durchzudringen.“

Mittelstandsexperte Christian von Stetten (CDU) unterstrich gegenüber „BILD“: „Wer jetzt in Regierung und Parteipräsidium immer noch nicht aufgewacht ist, wird die CDU weiter nach unten führen. Wir müssen die Fehler der letzten Jahre ohne Rücksicht auf handelnde Personen offenlegen und wirksam korrigieren.“

Ein klares Fazit kam ebenfalls vom CDU-Bundestagsabgeordneten Michael von Abercron (66): „Ein kohlrabenschwarzer Tag.“ Und von Mark Hauptmann (35), Chef der Jungen Gruppe in der Union. Sein Fazit: „Katastrophal! Die Union hat den Status als Volkspartei verloren.“

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