Politik
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300.000 Euro für Champagne-Flaschen: Unglaubliche Korruption auf Kosten der Duisburger Steuerzahler
07.05.2019

Ein Leben in Saus und Braus wäre für die suspendierte Geschäftsführerin der Duisburger Werkstätten für Menschen mit Behinderung Roselyn Rogg genau das Richtige. Die zierliche Blonde glaubt fest daran, dass das Rechnungsprüfungsamt mit abenteuerlichen Zahlen auch bestätigte. Sie gönnte sich gerne die teuren Hotels, Champagne und Luxusmöbel. Nur verwechselte Rogg leider ihre eigene Tasche mit der städtischen und muss zusammen mit dem früheren                      WfbM-Aufsichtsratsvorsitzenden Reinhold Spaniel rund 760.000 Euro Schadensersatz an der Stadt Duisburg zahlen.

 

Es ist nicht nur das übermäßige Gehalt von 376.000 Euro im Jahr, das für eine Geschäftsführerin von einer gemeinnützigen Organisation fast doppelt zu hoch ist. Auch nicht die Luxusmöbel für die Einrichtung des Verwaltungsgebäudes auf dem Kalkweg, die über 72.000 Euro kostete. Die Auszeichnung „Top 100“ als eine der „innovativsten Unternehmen des deutschen Mittelstandes“ 2017, die Rogg als Beweis ihrer hervorragenden Leistungen als Managerin darstellte, wurde laut den Prüfern gekauft. Bei der Preisverleihung ließ sie es dann richtig krachen und verprasste für die Catering, Moderation von einer Fernsehmoderatorin und Hotelkosten rund 134.672 Euro. Fast grotesk sieht auch die Rechnung für einen „prominenten Gastredner“ bei der Veranstaltung „2.Duisburger Kreis“ aus. Eine 30-minütige Rede wurde mit 17.850 Euro vergütet.

 

Ihre Dienstreisen gestaltete Roselyn Rogg luxuriös, und bezahlte für teure Hotels und Champagne-Flaschen rund 300.119,99 Euro im Jahr 2013. Auch die Geschenke machte sie auf städtische Kosten sehr gerne. Die Prüfer fanden immer wieder die Rechnungen mit Vermerken wie „Für Weihnachtsessen-Herr Spaniel+MA“, „Geschenke Büro Spaniel“ oder „Geschenke Aufsichtsrat+Elternbeirat“. Die Gesamthöhe konnte durch das RPA nicht mehr beziffert werden. Nun versuchte Rogg das zu retten, was noch zu retten ist und forderte von ihren Miterbeitern in einem Schreiben wörtlich:“Suchen Sie nach allem, worin mein Name „Rogg“ vorkommt und gleichzeitig eine Zahl beinhaltet, die in irgendeiner Form mit meiner Vergütung zu tun hat“. Diese Unterlagen in aller Form sollten anschließend vernichtet werden. „Die Prüfung des Ausgabeverhaltens der Geschäftsführung lässt Zweifel aufkommen, ob die satzungsgemäßen Zwecke der WfbM systematisch verfolgt wurden“, steht im Prüfungsbericht.

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