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ARD strahlt moslemische Gebete aus?
23.03.2020

Coronavirus legt das öffentliche Leben lahm. Auch Kirchen, Moscheen und Synagogen sind davon betroffen. Besonders für die muslimischen Gläubigen scheint es, hart zu sein. Deshalb fordert der Vorsitzende vom Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) Ayman Mazyek, islamische Sendungen auszustrahlen.

 

Der Zentralrat der Muslime ist eigentlich nur einer relativ kleiner muslimischer Verbände in Deutschland. Zu dem zählen rund 300 Gemeinden mit 15.000 bis 20.000 Mitgliedern. Aktiv ist der Verband aber außerordentlich und gibt beinahe bei jeder Gelegenheit einen Statement ab. Wegen Coronavirus wurde von der Bundesregierung die Zusammenkünfte in Kirchen, Synagogen und Moscheen verboten. Da mindestens bis Ende März in den Moscheen keine Gebete mehr stattfinden können, möchte Ayman Mazyek als Ausgleich  durchsetzen, dass die ARD und der Deutschlandfunk die muslimischen Predigten mit türkischer und arabischer Übersetzung übertragen.

 

Der Zentralrat wäre dazu bereit, ein Konzept auszuarbeiten. Theologisch müsse diese Form des Gebets zwar noch diskutiert werden, dennoch wolle er mit den Sendern telefonieren, sagte Mazyek. Geld spielt dabei nicht die letzte Rolle. Da die Moscheen voraussichtlich bis zum Ramadananfang geschlossen bleiben, werden ihnen Einnahmen aus Kollekten bei den wöchentlichen Freitagsgebeten wegfallen. „Für viele bedeutet das das Aus“, so Mazyek. Wie sollen die Gebetsausstrahlungen die finanzielle Lage der Moscheen aufbessern, erläuterte der Vorsitzende vom Zentralrat der Muslime gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung nicht.

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