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Atomarer Abrüstungsvertrag: Russland droht Europa
05.02.2019

Der Konflikt um den Abrüstungsvertrag für atomare Mittelstreckenwaffen (kurz INF) zwischen Russland und den USA weitet sich aus. Nun hat sich Russland an europäische Staaten gewandt. „Es ist eine Zeit, in der die USA entschieden haben, das gesamte Waffenkontrollsystem zu zerstören. Das ist bedauerlich“ sagte Außenminister Sergej Lawrow. Es geht aber nicht um einen neuen Kalten Krieg, so der Politiker.
Vor allem warnt Russland davon, dass Europa zum Austragungsort des Konfliktes werden könnte. Das gesamte europäische Sicherheitsstruktur wäre gefährdet, sollten die USA ihre Mittelstreckenraketen in Europa stationieren. „Das Ende des Vertrages wird weitreichende Auswirkungen auf die gesamte europäische Sicherheitsarchitektur haben“ so das russische Außenministerium.
Das INF-Abkommen wurde im Jahr 1987 zwischen Russland und den USA geschlossen und verbietet den Bau und Besitz atomarer Raketen und Marschflugkörper mit einer Reichweite von 500 bis 5.500 Kilometer. Russland wird vorgeworfen, trotzdem eine solche Mittelstreckenrakete zu besitzen. Beide Länder sind aus dem Abkommen ausgestiegen. Wenn die USA für das baldige Ende des Vertrages die Verantwortung übernimmt, werden wir dann über alles verhandeln, so der russische Außenminister Sergej Lawrow.

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