Politik
Bettelt Böhmi jetzt für Handlanger von Schlepperorganisationen?
04.07.2018

Das NGO- Rettungschiff „Lifeline“ wird zum ersten Exempel der neuen europäischen Schlepperpolitik.

Der deutsche "Lifeline"-Kapitän Claus-Peter Reisch muss sich zur Zeit in Malta vor Gericht verantworten. Derzeit darf er die Insel nicht verlassen. Dabei begann alles nur mit der Rettung von Flüchtlingen vor Libyen.

Klar ist, das internationale Seerecht fordert, in Seenot geratene Personen zu retten und an einen sicheren Ort zu bringen. Erschwert wird die Situation aber dadurch, dass die Kapitäne der NGOs, die aus humanitären Gründen Menschen aus Seenot retten, sich teilweise – so jedenfalls die Vorwürfe – den Anweisungen widersetzen, um zu verhindern, dass die Migranten von der libyschen Küstenwache aufgegriffen und zurück nach Libyen gebracht werden.

Die NGO „Mission Lifeline“ weist diese Vorwürfe jedoch kategorisch zurück und sieht vielmehr eine politische Kriminalisierungskampagne hinter den Anschuldigungen. Vor allem der neue italienische Innenminister Matteo Salvini von der rechtsgerichteten Lega, macht zur Zeit Stimmung gegen Migranten und NGO´s- er hält sie für Handlanger der internationalen Schlepperbanden.
Bundesinnenminister Seehofer nutzte den Casus Lifeline ebenfalls um Härte zu zeigen- er sieht keine Notwendigkeit, dass Deutschland Flüchtlinge von dem Schiff aufnehme. 

Das ist der Punkt an dem sich der Satiriker und Fernsehmoderator Jan Böhmermann einschaltete. Der  37 jährige initierte eine Online Spendenaktion auf der Internetplattform Leetchi ( https://www.leetchi.com/c/rechtskosten-fuer-die-lifeline-besatzung)- bei der bis dato fast 130.000€ zusammenkamen. Mit dem Erlös soll sich die Besatzung der in Malta festgesetzten "Lifeline" rechtlichen Beistand sichern können. 
Auf der Plattform sowie in einem Youtube-Video kommentierte Böhmermann seine Spendenaktion: "Ich machs mal kurz und unkompliziert: Der Besatzung der 'Lifeline', die zur Zeit auf Malta festsitzt, wurden rechtliche Konsequenzen angedroht, dafür, dass sie 230 Menschen das Leben gerettet hat." 

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