Politik
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Biker verkleidet sich als Hitler und sorgt für Aufregung
13.01.2020

Die als lustig gedachte Aktion eines Bikers bei einem Motorrad-Treffen in Augustusburg verwandelte sich schnell in einen ersten Justizfall mit Einschaltung der Staatsschutz-Behörde zum Überprüfen der strafrechtlichen Relevanz. Der Biker kam nach Augustusburg mit einem historischen Motorrad aus der Kriegszeit und verkleidete sich als Adolf Hitler. Die Besucher der Veranstaltung fanden diese Aktion witzig, genauso wie ein Polizist, neben dem der Hitler-Double parkte. Alle lachten und machten mit ihren Smartphones Fotos und Videos. Auf ein ins Netz gestelltes Video stieß die Chemnitzer Polizei und der Spaß war zu Ende.

„Das Verhalten des Kollegen ist nicht zu akzeptieren. Diesbezüglich wird eine eingehende Auswertung mit ihm erfolgen. Ein Einschreiten und Unterbinden in der Szenerie wäre einzig richtig gewesen“, heißt es in der offiziellen Stellungnahme der Polizei. Auch der Biker kann für die Aktion bestraft werden. „Hinsichtlich des Herren, der als Adolf Hitler verkleidet im Beiwagen Platz genommen hatte, prüft das Dezernat Staatsschutz der Chemnitzer Kriminalpolizei derzeit die strafrechtliche Relevanz seines Auftretens. Denkbar wäre der Tatbestand des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen oder auch eine Volksverhetzung“, so Polizeisprecher Andrzej Rydzik.

Bei den kostümierten Auftritten als Adolf Hitler ist immer eine genaue Einzelprüfung nötig, sodass es sehr wahrscheinlich ist, dass der Mann ohne Strafe davon kommt. Für den Polizeibeamten, der die ganze Aktion lachend beobachtet hat, kann die Sache schlimme Konsequenzen haben. Ein wichtiger Kündigungsgrund liegt auf jeden Fall vor.

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