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Boom der Privatschulen: Gute Bildung für reiche Familien
22.08.2019

Vor kurzem hat eine Äußerung des Unionsfraktionsvize Carsten Linneman (CDU) über die mangelhaften Sprachkenntnisse der Erstklässler eine Diskussion angestoßen. Bis tief hinein in die Mittelschicht erlebe ich Eltern, die ihre Kinder auf Privatschulen schicken, weil das Niveau an staatlichen Schulen sinkt“, sagte er gegenüber der „Rheinische Post“. Laut Statistik steigt diese Tendenz in manchen Bundesländern rapide.

 

Zu Privatschulen zählen Waldorf-, Montessorischulen oder Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft. Sie haben eine staatliche Genehmigung und eine „heterogene Schülerschaft“, erklärte der Verband Deutscher Privatschulverbände. Jeder elfte Schüler geht mittlerweile in eine von denen, was angesichts des Zustandes der öffentlichen Schulen und des Lehrermangels eigentlich kein Wunder ist.

 

NRW ist laut dem Statistikamt IT.NRW der Vorreiter: rund 163.100 Schüler gehen in diesem Bundesland in eine Privatschule. Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) betrachtet die privaten Bildungseinrichtungen allerdings als eine Ergänzung und meint, dass an allen Schulformen eine „gute und erfolgreiche Bildungsbiografie“ möglich sei. Knapp 146.800 Kinder und Jugendliche besuchten im letzten Schuljahr eine von den 625 Privatschulen in Bayern. Die Motivation der Eltern war, anders als in NRW, der Wunsch, das besonders leistungsorientierte bayerische System der öffentlichen Schulen zu entgehen. Ebenfalls ein anderer Grund fürs Lernen in einer Privatschule gaben die Eltern der 106.800 Schüler in Baden-Württemberg an. Sie achteten auf das Umfeld ihrer Kinder.

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