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Christentum in Gefahr: Kirchenparlament trifft sich in Bonn
13.11.2017

Das Reformationsjubiläum wurde pompös in allen Bundesländern gefeiert. Die großen Reformationsfeierlichkeiten sind aber jetzt vorbei, und die evangelische Kirche steht nun vor der richtungsweisenden Frage: Wie geht es weiter? In Bonn trifft sich das Kirchenparlament, um zu beraten, was man gegen den Bedeutungsverlust der Lehren Luthers unternehmen kann.
 
„Vitaminstoß für die geistliche und inhaltliche Erneuerung“ – so hat Heinrich Bedford Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, das 500-jährige Jubiläum der Veröffentlichung der Thesen von Martin Luther bezeichnet. Die „Vitaminspritze“ ist jedoch nicht in der Lage, die Krankheit zu heilen. Die Kirche verliert ihre Mitglieder Tag um Tag. Sie schenkt den Gläubigen in dieser Zeit der großen Herausforderungen zu wenig Unterstützung.
 
Die evangelische Kirche müsse aus innerer Freiheit heraus Luthers Thesen dem Zeitgeist anpassen. Sie müsse ihre Positionen neu finden, nicht „aus schlechtem Gewissen, aus political correctness oder aus dem Versuch der moralischen Selbstüberhöhung, so Strohm. Politisches Engagement, digitale Kompetenz und offenes Ambiente sind nach Strohm Bausteine zu einer modernen evangelischen Ethik.
 

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