Politik
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Christin wird hingerichtet, weil der Mob es will
06.11.2018

Tausende Islamisten forderten ihren Tod. „Asia Bibi muss hängen“, „Wir werden protestieren, bis sie tot ist", „Tod den Feinden des Islam“, skandierten religiöse Fanatiker und die pakistanische Regierung knickte ein. Der eigenen Gesetzgebung zuwider soll das abgelehnte Todesurteil doch ausgeführt werden, um den blutrünstigen Mob zu beschwichtigen.

Drei Richter des Obersten Gerichtshofs in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad hatten die 51-jährige Asia Bibi vom Vorwurf der Blasphemie freigesprochen. Die Nachbarin hatte sie 2009 beschuldigt, den Propheten Mohammed beleidigt zu haben. Schon fast zehn Jahre sitzt Bibi im Knast. Die Blasphemie wird im islamischen Pakistan mit Todesstrafe geahndet.

Es gibt keine Beweise dafür, dass die 51-Jährige etwas Schlimmes über den Propheten gesagt hat. Da sie eine Christin ist und die Klägerin eine Muslimin ist , hat das pakistanische Gericht der Klägerin recht gegeben. Und erst nach zehn Jahren hat der Oberste Gerichtshof alle Klagepunkte für nichtig erklärt. Aufgrund einer Welle der Proteste seitens der Islamisten musste sich die Regierung in den Fall einmischen. Verfassungswidrig hat der neue pakistanische Regierungschef Imran Khan beschlossen, den Freispruch der höchsten Justiz-Instanz des Landes zu kippen. Die Frau muss hingerichtet werden, weil der Mob es so will.

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