Politik
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"Das Beste für mein Kind ist es, wenn ich es nicht bekomme"
24.04.2019

Der Büchner-Verlag hat ein kontroverses Buch namens „Kinderfrei statt kinderlos-ein Manifest“ herausgebracht. Die Leser wurden mit einer Theorie konfrontiert, die für eine rege Diskussion sorgte. Die Autorin Verena Brunschweiger ist davon überzeugt, dass ein Leben ohne Kinder „ökologischer“ sein könnte. Hauptberuflich arbeitet sie als Lehrerin.

 

Im Interview bei der FOCUS begründet sie ihre These mit einer Studie zum CO2-Ausstoß, die besagt, dass es 58,6 Tonnen CO2 jährlich eingespart werden können, „wenn wir nur ein Kind weniger in die Welt setzen“. Auch ein philosophischer Gedanke steckt hinter ihrer Theorie.„Wenn wir jemanden zur Welt bringen, dann fügen wir ihm immer Leid zu. Insofern ist es das Beste für mein Kind, wenn ich es nicht bekomme“, so Brunschweiger.

 

Unter anderem fühlt sich die Lehrerin als kinderlose Frau benachteiligt und diskriminiert, denn Kinderlose müssen nicht nur die Kinder der anderen mitfinanzieren, sondern sich bei vielen Angelegenheiten auf der Arbeit auch hinter den Kollegen mit Kindern „zurückstecken“. „Dass man im Jahr 2019 immer noch dafür bestraft wird, kinderlos zu sein, das finde ich krass“, so Brunschweiger. Für ihre Meinung wurde sie als menschenfeindlich und sogar faschistoid in den sozialen Medien beschimpft. Die 38-Jährige reagierte darauf gelassen und betonte, dass sie überhaupt nicht kinderfeindlich sei. „Ich muss sie nur nicht unbedingt selbst auf die Welt bringen“, sagte Brunschweiger.

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