Politik
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Datenschutzpanne bei Facebook: Millionen von Menschen sind betroffen
11.09.2019

Wer in den sozialen Medien aktiv ist, präsentiert sich öffentlich dem breiten Publikum. Oft ist es gewollt, in manchen Fällen aber gar nicht. Nun gesteht Facebook eine weitere Datenschutzpanne, die rund 419 Millionen User traf – ihre Telefonnummern standen frei im Netz. 133 Millionen davon stammen aus den USA, über 50 Millionen aus dem Vietnam und 18 Millionen aus Großbritannien. 

Neben den Telefonnummern befanden sich auch weitere sensible Daten wie Facebook-ID, Klarnamen, Geschlecht und Staatsangehörigkeit des jeweiligen Nutzers frei zugängig in den riesigen Internet-Datenbanken. Über eine Facebook-ID kann man beispielsweise den Facebook-Username des Nutzers auffinden. Wer und wie lange diese Datenbank geführt hat, bleibt noch ungewiss. 

Ans Licht kam die Sicherheitspanne dank Sanyam Jain, einem Sicherheitsforscher der GDI-Stiftung, der sich mit dem Schutz der freien Kommunikation im Internet beschäftigt. Die Daten wurden nach Facebook Angaben aus der Usersuche gesammelt: bis April 2018 konnte man Anhangs der Telefonnummer oder eine Email-Adresse das Profil des entsprechenden Users ausfindig machen. Die Telefonnummern werden nach einem bestimmten Muster vergeben und ein einfaches Ausprobieren reichte, um zu sehen, welche Profile es gibt. Die Missbrauchsfälle in dem Zusammenhang mit dieser Datenpanne sind Facebook nicht bekannt, die Wahrscheinlichkeit, dass ein Betrüger sich gegenüber dem Mobilfunkbetreiber als rechtmäßige Inhaber des Anschlusses meldete, ist hoch. Dabei wäre es eine telefonische Meldung über den Telefondiebstahl oder Sim-Karte-Verlust ausreichend, um eine neue Sim-Karte zu bekommen. Bei so einem Fall wurden sogar Kryptogeld in Höhe von 5 Millionen US-Dollar gestohlen.

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