Politik
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Deutsche Schülerin darf nicht aus Russland zurückkehren
13.05.2019

Die doppelte Staatsbürgerschaft sollte dem Besitzer eigentlich nur Vorteile bringen. Eigentlich, denn das, was eine 16-Jährige aus München davon hat, kann man eher als Fluch bezeichnen. Das deutsch-russische Mädchen flog nur für drei Tage nach Russland, sitzt aber seit zwei Wochen in Moskau fest, weil ihr russische Pass abgelaufen ist.

 

Viktoria ist mit ihrer Familie über Ostern nach Sankt Petersburg geflogen. Der kurze Trip sollte nur drei Tage dauern, aber ihren Rückflug durfte das Mädchen nicht eintreten, weil sie mit dem zu diesem Zeitpunkt abgelaufenen russischen Pass nach Russland einreiste. In ihrem deutschen Pass gab es dementsprechend keinen       Visum-Stempel für die Einreise und somit konnte die Schülerin mit dem Pass auch nicht ausreisen. Und dann begann für Viktoria und ihre Familie das Martyrium, das kein Ende in Sicht hat.

 

„Mein Papa wollte mir ja vor der Reise ein Visum holen. Aber die Frau im russischen Konsulat meinte, ich könnte mit dem russischen Pass ein und mit deutschen wieder ausreisen“, erklärte Viktoria. Obwohl sie zwei Staatsangehörigkeiten besitzt, fühlt sich weder Russland noch Deutschland in der Pflicht, Schülerin zu helfen. Im russischen Konsulat in München liegt ein neuer Pass für sie bereits, aber er darf nur von der Besitzerin persönlich abgeholt werden. Auch deutsche Botschaft in Moskau will damit offensichtlich nichts zu tun haben. „Die sagen, das sei eine russische Angelegenheit, weil sie als Russin eingereist ist“, so der fassungslose Vater. „Wenn eine deutsche Staatsangehörige an der Rückkehr nach Deutschland gehindert wird, wäre das Auswärtige Amt der richtige Ansprechpartner, um auf diplomatischem Wege eine Lösung herbeizuführen“, sagte ein Sprecher des Kreisverwaltungsreferates. Nur wie die Praxis schon zeigte, setzt sich das Auswärtige Amt unter der Führung von Heiko Maas für die deutschen Staatsbürger nicht ein. 

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