Politik
shutterstock.com
Die Deutschen müssen das Töten lernen
15.04.2019

Die deutsche Politik befindet sich auf Talfahrt. Viele Menschen fühlen sich von den Politikern regelrecht ignoriert. Die Wahlen gibt es zwar immer noch, aber es geht bloß nur darum, gewählt zu werden. Danach kann man die Wähleraufträge einfach vergessen. Aus dieser miserablen Situation gibt es bereits eine Lösung. Im Artikel 20 des Grundgesetzbuches steht, dass die Staatsgewalt auch durch Abstimmungen ausgeübt werden kann. Nur wer fragt die Untertanen schon?


Man könnte doch mit dem Bundeswehreinsatz in Afghanistan anfangen. Das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr veröffentlichte einen Forschungsbericht namens „Leben nach Afghanistan - Die Soldaten und Veteranen der Generation Einsatz der Bundeswehr. Ergebnisse der sozialwissenschaftlichen Langzeitbegleitung des 22. Kontingents ISAF“. Leider fand die Veröffentlichung erst nach der Verlängerung des Militäreinsatzes am 13. Februar statt, denn laut dem Bericht findet mehr als die Hälfte der seit mehreren Jahren befragten Soldaten den Bundeswehreinsatz in Afghanistan nutzlos.


„Deutschlands Freiheit wird auch am Hindukusch verteidigt“ hieß die erste Rechtfertigung der Regierung für die Militärpräsenz. Später wendete sich der Sinn der Sache zur einer Hilfestellung für die afghanische Bevölkerung. Seitdem es klar wurde, dass der Krieg mehr und mehr deutsche Soldaten erreicht, las man bei der SPIEGEL den Nachrichtentitel „Die Deutschen müssen das Töten lernen. Wie Afghanistan zum Ernstfall wird“. Laut regelmäßigen Umfragen, deren Ergebnisse den zuständigen Stellen bekannt sind, ist die absolute Mehrheit der Gesamtbevölkerung gegen jegliche Art der Auslandsmilitäreinsätze. Der Staat scheint vergessen zu haben, dass es für die Bürger ein Recht gibt, direkt über politische Sachlagen zu entscheiden, denn in allen deutschen Gemeinden und Bundesländern sind direktdemokratische Verfahren in den Landesverfassungen vorgesehen.

Tweet