Politik
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Die erste Koalition zwischen AfD und CDU: Ein Tabu ist gebrochen
09.09.2019

Auf dem CDU-Parteitag wurde 2018 in Hamburg beschlossen, dass es eine Zusammenarbeit weder mit AfD noch mit den Linken auf keinen Fall stattfinden soll. Nach dem AfD-Erfolg bei den Wahlen 2019 in Sachsen bleibt die Partei bei ihrer Linie. Nun wagt es der Gemeinderat in Frankenstein, gegen das Kooperationsverbot vorzugehen und bildet eine Fraktion, die aus den Mitgliedern der CDU und AfD besteht.

Im Grunde genommen sind das nur zwei Politiker: Monika Schirdewahn (CDU) und Horst Schirdewahn (AfD). Sie sind keine Geschwister, sondern ein Ehepaar und was in der Ehe funktioniert, geht auch in der Politik. Der Zusammenschluss unter dem Namen "Fortschritt Frankenstein" sei am Donnerstagabend gebildet worden, sagte Monika Schirdewahn am vergangenen Freitag. Als Grund für die Zusammenarbeit im Gemeinderat soll ein Streit um die mangelnde Trinkwasserversorgung eines örtlichen Wohngebiets sein, fügte sie hinzu. Man muss erwähnen, dass es im Gemeinderat mit zwölf Sitzen keine weitere CDU- und AfD-Mitglieder gibt. Die Mehrheit im Gemeinderat von Frankenstein (950 Einwohner) gehört der Freien Wählergemeinschaft (FWG) mit zehn Mandaten.

Der CDU-Kreisvorstand ist über eine solche Aufsässigkeit empört und leitete ein Parteiausschlussverfahren gegen die Politikerin auf den Weg – schließlich sprach sich AKK erst vor kurzem gegen die Kooperation mit der AfD aus. Schirdewahn zeigte sich fest entschlossen, gegen einen Parteiausschluss "bis in die letzte Instanz gehen" zu wollen. "Wir leben in einer Demokratie und nicht in einer Diktatur, und was mein Mann und ich machen, ist gelebte Demokratie", so die Politikerin.

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