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Die Macht des Korans: Rechtspopulist zum Islam konvertiert
11.02.2019

Die muslimische Gemeinde in den Niederlanden darf sich freuen. Sie hat überraschend ein neues Mitglied für sich gewonnen. Und zwar ist es der frühere Parlamentsabgeordnete Joram van Klaveren. Ehemaliges Mitglied der rechten Freiheitspartei PVV und langjähriger Weggefährte von Geert Wilders kämpfte gegen den Islam und wurde von der Boulevardzeitung „AD“ als „Hardliner, der für ein Verbot von Burkas und Minaretten eintrat“ bezeichnet.
 
Was ist bloß mit dem rechtsextremen Politiker geschehen? Alles fing mit der Arbeit an einem Buch an, das Joram van Klaveren eigentlich gegen den Islam schreiben wollte. Aber währenddessen änderte sich seine Meinung und er verfasste eine „Zurückweisung der Kritikpunkte von Nicht-Muslimen“. Wie die Zeitung „NRC“ berichtete, sagte der ehemalige Politiker: “Wenn alles, was ich bisher geschrieben habe, stimmt, dann bin ich de facto ein Muslim“.
 
2014 verließ Van Klaveren die PVV, weil Geert Wilders seine Parteigenossen fragte, ob sie „weniger oder mehr Marokkaner in den Niederlanden“ haben wollten. Die ebenfalls rechte Partei VNL, die vom Van Klaveren daraufhin gegründet wurde, blieb erfolglos. Sein Parteimitgründer Jan Roos äußerte sich gegenüber dem „Allgemeinen Dagblad“, es könne eine PR-Maßnahme für das Buch sein, sonst sei es „eine ungewöhnliche Wahl für jemanden, der stets viel über den Islam zu sagen hatte“. Immerhin wurde Van Klaveren von dem Rat Marokkanischen Moscheen gelobt.

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