Politik
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Aussage vor US-Gericht: Bringt dieser Mann Erdogan um die Macht?
12.10.2017

Eigentlich geht es immer um die Gülen-Bewegung.  Doch im Streit zwischen der Türkei und den USA geht es vor allem um  einen anderen Mann - Reza Zarrab. Wie das Handelsblatt berichtet, soll er Iran-Sanktionen im Sinne der türkischen Regierung umgangen haben. Wenn er aussagt, wäre es für Erdogan problematisch.
 
 Die USA haben die Vergabe von Kurzzeit-Visa an türkische Staatsbürger eingefroren. Grund dafür war  die Verhaftung eines türkischen Angestellten des US-Konsulats wegen Terrorvorwürfe. Auch das türkische Außenministerium fror die Visavergabe für Amerikaner ein. Der Ursprung des bilateralen Konflikts liegt aber im Jahr 2016. Im März dieses Jahres wurde Reza Zarrab in den USA festgenommen.
 
 Zarrab wird vorgeworfen, gegen die Iran-Sanktionen verstoßen zu haben. Seine Verbindungen reichen aber diesem Medienbericht zufolge bis in die türkische Regierung, wahrscheinlich auch bis zu Erdogan selbst. In diesem Monat soll er in den USA verhört werden.  
 
Reza Zarrab wurde beschuldigt, unter der Mitwirkung von Regierungsministern und -beamten und gegen die US-Sanktionsrichtlinien Gold in den Iran exportiert zu haben und drei Minister mit 66 Millionen Dollar bestochen zu haben. Zu diesem Zeitpunkt war Erdogan Ministerpräsident. Drei Minister mussten zurücktreten, ein vierter wurde ersetzt.  Für Erdogan und seine AKP sei Reza Zarrab  eine tickende Zeitbombe. Im Fall seiner Aussage, müsste Erdogan sich im eigenen Land wieder rechtfertigen. Das könnte ihn und seiner AKP viele  Stimmen kosten.

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