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Erdogan will neue EU-Flüchtlingskrise auslösen
15.04.2020

Ende Februar schickte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan rund 20.000 Flüchtlinge in Richtung Europa mit dem Versprechen, dass die Grenzen zu Griechenland offen seien. Mithilfe der türkischen Armee versuchten sie rund einen Monat lang, in die EU zu gelangen. Nun hat auch die Türkei die Corona-Krise erreicht, was dem weiteren Vorgehen Erdogans keinen Abbruch macht. Erneut wurden Tausende von Flüchtlingen zu der griechischen Grenze geschickt - diesmal nahmen sie eine andere Route.

 

Busse mit rund 2000 Migranten fuhren aus einem Internierungslager in Osmaniye am Wochenende Richtung Izmir ab. „Bevor es losging fragten uns die Soldaten, ob wir nach Europa wollten oder zurück in die Orte, in denen wir registriert sind. Aber am Ende gab es keine Wahl, alle mussten mit nach Izmir“, sagte eine Frau im Telefongespräch mit der Welt. Danach ging es auch noch weiter nördlich. 

 

Die Videoaufnahmen auf Twitter zeigen der Ort Kücükkuyu, aus dem bekanntlich die Schmugglerboote auf die nahe gelegene griechische Insel Lesbos abfahren, wo sich Dutzende von jungen Männern befinden. In Griechenland wird auch schon Alarm geschlagen - die Satellitenbilder zeigten bereits den Geheimdiensten die neue Flüchtlingswelle. Es ist auch ohnehin klar, dass Erdogan mit einer neuen Flüchtlingskrise die EU erpressen will - mit der  Corona-Pandemie wird das Problem nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben. „Man sagte uns, sobald die Ausgangssperre beendet sei, gehe es los“, sagte ein syrischer Flüchtling im Containerlager von Malatya in Ostanatolien. 

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