Politik
Collage
Erotisierung der Politik: Darauf stehen junge Wähler wirklich
11.08.2017

Eine in Österreich durchgeführte Umfrage lieferte interessante Ergebnisse. Es stellte sich heraus, dass junge Wähler ihre Stimme für attraktive Politiker abgeben würden. Bemerkenswert ist, dass sexy aussehende Politiker auch glaubwürdig wirken. Man spricht in diesem Kontext von einer Erscheinung namens „Slim-Fit-Warrior“ – zu Deutsch etwa „Schlanker  und sportlicher Kämpfer“.
 
„Jungwähler bewerten Politik anhand ästhetischer Kategorien. Sie sind sehr stark Augenmenschen und wollen Erkenntnisse durch bildliche Wahrnehmung gewinnen”, erklärt der österreichische Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier dieses Phänomen. In Österreich verkörpert der Außenminister Sebastian Kurz diesen Idealtypus. Das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen in Frankreich ist ein Paradebeispiel dafür, dass diese Erscheinung nicht nur in Österreich präsent ist. Emmanuel Macron passt hundertprozentig ins Bild und symbolisiert wie Kurz „den schlanken, neuen, liberalen, beweglichen, hochgradig individualisierten Kapitalismus”, so Heinzlmaier. Und Deutschland?
 
Wenn die Umfrage auch für Deutschland repräsentativ wäre, müsste der FDP-Chef Christian Lindner stark bei der Bundestagswahl punkten. Seine Partei liegt aber unter 5 Prozent und ihr Einzug in den Bundestag ist sehr fraglich. Die Kanzlerin Angela Merkel genießt nach wie vor Beliebtheit bei der Mehrheit der Deutschen, wobei die äußere Attraktivität nicht ihre Stärke ist. Heinzlmaier sieht allerdings hier keinen Widerspruch. Die Kanzlerin Angela Merkel habe eine Sonderrolle als „Mutter der Nation”. „Mütter müssen nicht schön sein, damit sie geliebt werden”, meint der Jugendforscher.
 

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