Politik
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EU fördert die Zwangsarbeit
25.04.2019

Im Rahmen der Maßnahmen zur Eindämmung der Migration von Afrika nach Europa wurde ein Straßenbauprojekt in Eritrea ins Leben gerufen. Finanziert wird das Projekt von der EU mit rund 20 Millionen Euro, die die Fluchtursachen bekämpfen sollen. Nun wirft die eritreische Menschenrechtsorganisation Foundation Human Rights for Eritreans (FHRE) der EU vor, mit dem Geld die Zwangsarbeit zu fördern.

 

Die eritreischen Bürger sind verpflichtet, ein sogenannter „Nationaldienst“ zu leisten. Eigentlich dauert diese Maßnahme 18 Monate lang, aber nach dem Krieg zwischen Äthiopien und Eritrea verlängerte sie sich auf unbestimmte Zeit. Im Rahmen dieses Nationaldienstes werden die Wehrpflichtige als Zwangsarbeiter eingesetzt. Genau das geschieht auch bei dem Straßenprojekt der EU.

 

Der FHRE-Direktor Mulueberhan Temelso bezeichnet Eritrea als ein einziges „Freiluftgefängnis“, in dem die Menschen im nationalen Dienst unter harten Bedingungen für rund 107 Euro arbeiten müssen. Die EU äußerte sich zu den Vorwürfen und gab zu, über den Einsatz von den im nationalen Dienst arbeiteten Menschen informiert zu sein. Sie sind aber für die Arbeit bezahlt und das Gehalt wurde immerhin vor kurzem angehoben, stand in einem E-Mail eines EU-Sprechers.

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