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EU-Urheberrechtsreform verursacht Kollateralschaden für uns alle?
08.04.2019

Erst vor Kurzem wurde die EU-Urheberrechtsreform im EU-Parlament durchgewinkt und schon gibt es die erste Internet-Plattform, die die neueт Regeln umsetzen will. Der Videostreamingdienst Twitch kündigt die Einsetzung der Uploadfilter und Geoblocking an.

 

Artikel 17 (ehemaliger Artikel 13) der EU-Urheberrechtsrichtlinie legt die Verantwortung für die unerlaubt hochgeladenen urheberrechtlich geschützten Inhalte wie Bilder, Videos oder Texte auf den Providern. „Grundsätzlich müssen wir, um uns und unsere Kreativen zu schützen, eine Art automatisiertes Filtersystem implementieren, das sehr restriktiv ist und das alles aus Europa, was eine Urheberrechtsverletzung sein könnte, daran hindert, rauszugehen. (…) Wenn jemand in den USA streamt, werden die europäischen Nutzer aus dem Stream herausgefiltert“, erklärte Emmet Shear, CEO von Twitch.

 

Shear wies darauf hin, dass es zu großen Kollateralschaden kommen kann. Da die Plattform nun so gut wie alles blockieren muss, werden die Nutzer, die ihr Geld durch Sponsoring und Anzeigen in Videostream verdienen, wegen der fehlenden Rechten an im Hintergrund gezeigten Markenzeichen oder gespielte Musik stark betroffen sein. Uploadfilter werden wohl auch die Kreative hart treffen, die eigentlich durch das neue Gesetz besser geschützt sein sollten.

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