Politik
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Ex-Papst Benedikt: Sexuelle Revolution ist schuld an Pädophilie in der Kirche
09.05.2019

Die katholische Kirche ist von den Missbrauchsskandalen stark angeschlagen. Mehr oder weniger sucht man nach den Ursachen dafür. Nun meldete sich aus Jenseits seines Ruhestandes der EX-Papst Benedikt mit einem Schreiben, das die Gemüter erhitzte. Zurecht, weil er die Liberalisierung der Sexualität für die Missstände verantwortlich machte und zwar, nach Rücksprache mit dem amtierenden Papst Franziskus.

 

Statt wie versprochen, „für die Welt verborgen zu sein“, veröffentlichte der 92-Jährige den Aufsatz bei bayerischem „Klerusblatt“, in dem er die sexuelle Revolution von 1968 als Ursache für die Missbrauchsskandale in der katholischen Kirche verantwortlich machte. „Zu der Physiologie der 68er Revolution gehörte, dass nun auch Pädophilie als erlaubt und als angemessen diagnostiziert wurde“, schrieb Benedikt. „Die bisher geltenden Maßstäbe in Fragen der Sexualität“ brachen in den 60er bis 80er Jahren vollkommen weg, meinte er. Und das soll die im Zölibat lebenden katholischen Priester beeinflussen und den Kindesmissbrauch rechtfertigen?

 

Angesichts der Missbrauchsskandale wird immer wieder dazu aufgefordert, dass die katholische Kirche den Zölibat und ihre Sexualmoral in Frage stellt. Von den Reformen hält der Ex-Papst Benedikt aber nichts. „Das ist ein beschämendes Schreiben“, schreibt der Dozent an der Marymount University in Virginia Brian Flanagan auf Twitter. Es sei eine „peinliche, falsche Erklärung für den systematischen Missbrauch von Kindern und dessen Verschleierung“, so Flanagan.

 

 

 

 

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