Politik
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Fall Anis Amri: Die Wahrheit macht fassungslos
09.04.2019

Der Autor Stefan Schubert hat das Buch „Anis Amri und die Bundesregierung: Was Insider über den Terroranschlag vom Breitscheidplatz wissen“ herausgebracht, das fassungslos und wütend macht. „Ich halte das BfV (Bundesamt für Verfassungsschutz) und die CIA (Central Intelligent Agency) im Fall Amri für federführend, die alles unternahmen, damit Amri weder angeklagt noch festgenommen wurde“, schreibt Schubert. Die im Hintergrund gelaufene CIA-Operation wäre sonst gefährdet. 

 

Schubert hält Bilal Ben Ammar, der sich im Nachhinein als ein Geheimagent des DGST (marokkanischer Geheimdienst) aufwies, für die Schlüsselfigur im Fall Amri. Er informierte das DGST über seine Erkenntnisse, machte aber durch seine aktive Mittäterschaft den Terroranschlag möglich. Zwei Mal brachte der marokkanische Geheimdienst eine Warnung vor dem geplanten Anschlag durch Amri hervor und wurde von den deutschen Behörden ignoriert.

 

Nun werden die ermittelnden Polizisten von der Regierung als Verantwortliche für die Misere genannt. Dagegen wollen sich die Terrorermittler mit einer Klage wehren. Seitdem die Wahrheit über die Vertuschungen langsam ans Licht kommt, übt die Innenministerium auf unmittelbar beteiligten Polizeibeamten und Ermittler großen Druck je nach dem Rang aus. Die Abteilungsleiter wurden mehrheitlich befördert und so zum Schweigen gebracht. Die anderen versetzte man einfach oder schüttete mit Disziplinaranzeigen und konstruierten Strafanzeigen über. Eine lückenlose Aufklärung, die von der Merkels Regierung versprochen wurde, blieb aus.

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