Politik
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Flughafenmitarbeiterin beschimpft einen Juden und schließt ihn vom Flug aus
13.08.2019

Berlin ist arm, sexy aber auch zunehmend antisemitisch. Die Übergriffe und körperliche Attacken auf Menschen jüdischer Herkunft haben im letzten Jahr deutlich zugenommen und laut der „Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (Rias)“ auf 14 Prozent gestiegen. In Zahlen sind das insgesamt 1083 Fälle.

 

Auch am vergangenen Sonntag kam es erneut zu einem antisemitischen Vorfall. Dieses Mal geschah es am Flughafen Tegel. Wegen eines zu großen Gepäckstückes äußerte sich eine Mitarbeiterin der Abfertigung antisemitisch gegenüber einem Spanier, der am Hals eine Kette mit einem Davidstern trug. Sie beschimpfte den 50-Jährigen auf Englisch und Arabisch und schloss den Mann vom Flug aus. Der Spanier erstattete eine Anzeige bei der Bundespolizei vor Ort.

 

Auch Rias-Projektleiter Benjamin Steinitz sagte: Es gebe „eine zunehmende Bereitschaft, antisemitische Aussagen mit Gewaltandrohung zu verbinden oder auch Gewalt folgen zu lassen.“ In einer Synagoge in Berlin Wilmersdorf versammelten sich Hunderte Berliner zu einem Gebet, darunter der künftige evangelische Landesbischof Christian Stäblein und der Außenminister Heiko Maas (SPD), um sich mit den Opfern der antisemitischen Gewalt zu solidarisieren. “Es ist abstoßend, widerlich und es macht wütend, wenn Jüdinnen und Juden in Deutschland beschimpft und bespuckt werden. Das Schlimmste, was es gibt, ist Gleichgültigkeit, denn Gleichgültigkeit hat den Holocaust entstehen lassen“, sagte Maas.

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