Politik
shutterstock.com
Freispruch für Vergewaltiger: Opfer sah nicht attraktiv aus
11.04.2019

Die Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Und wenn diese Augen einem Richter gehören, könnte es auf das Urteil einen Einfluss nehmen. So sprach ein italienischer Richter zwei mutmaßliche Vergewaltiger frei, weil das Opfer „männlich“ aussah.


Ein Prozess sorgte in italienischer Ancona für Aufsehen. Im Jahr 2015 gab eine Peruanerin an, von zwei Männern unter Drogen gesetzt und vergewaltigt worden zu sein. Das Gericht sprach die beiden Männer schuldig. Nach der Berufung wurde der Fall neu untersucht und das Urteil fiel zu Gunsten der Angeklagten. Der Richter glaubte den Aussagen der Frau nicht, weil sie nicht attraktiv genug wirkte.

 

„Das Foto in ihrer Akte scheint das zu bestätigen“, so das Gericht. Die Männer fanden das Opfer nicht attraktiv, was ihr Spitzname „Wikinger“ zu bestätigen schien. Diese Anspielung auf „nicht weibliche, sondern eher männliche Figur“ reichte für einen Freispruch vollkommen. Medienberichten zur Folge kam es zu Protesten der Frauenrechtsaktivisten und der Fall wird nun in Perugia neu verhandelt.

Tweet