Politik
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Geburt in die Sklaverei: Mann verklagt Eltern
11.02.2019

Unsere Gesellschaft legt einen großen Wert auf den Kinderwunsch und die Fortpflanzung gehört eigentlich zu den wichtigsten Instinkten. Aber haben Sie schon vom Antinatalismus etwas gehört? Wohl kaum. Wegen eines skurrilen Falls aus Indien kam diese in den neunziger Jahren gegründete geistige Strömung erneut zum Vorschein.
 
„Sie haben mich zu ihrem eigenen Vergnügen gezeugt“ sagte der 27-järiger Raphael Samuel aus Mumbai. Der junge Mann unterstellt seinen Eltern, ihn ohne seinen eigenen Willen gezeugt und geboren zu haben. Nun plant er, seine Eltern dafür vor Gericht zu zerren. „Ein Kind in diese Welt zu setzen und dann zu zwingen, eine Karriere aufzubauen – ist das nicht Kidnapping und Sklaverei?“ sagt der Raphael Samuel.
 
Das mag natürlich lächerlich klingen. Aber der Raphael gehört zu den Anhängern der Antinatalismus. Diese Bewegung verbreitet die Idee der Kinderlosigkeit als Mittel für die Bekämpfung der Überbevölkerung, Hungersnot und Umweltprobleme über die sozialen Netzwerke und Foren. „Wir wollen niemandem unseren Glauben aufzwingen, aber immer mehr Menschen müssen darüber nachdenken, warum es nicht richtig ist, ein Kind in die Welt zu setzen“ so der 28-jährige Anführer der Bewegung Pratima Naik.
 

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