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Gefährlich? DAS will die AfD in der Grundschule ändern
08.02.2018

Die Landtagsfraktion der AfD in Nordrhein-Westfalen will den Englischunterricht in Grundschulen ab dem Schuljahr 2019/20 ersatzlos streichen, berichtet die Welt.
Laut AfD bringe der frühe Englischunterricht keine nennenswerten Vorteile. Stattdessen solle die Landesregierung NRW nach Ansicht der Partei lieber Deutsch und Mathe in den Grundschulen stärken. In diesem Bundesland bekommen die Kinder seit 2003 Englisch ab der dritten Klasse an Grundschulen unterrichtet. Und, wie die Welt berichtet, -  seit 2008 - schon im zweiten Halbjahr der ersten Klasse.
 
Im Februar wird dann der Schulausschuss des Parlaments Experten zu diesem Thema anhören und sich darüber entscheiden.
 
„Der Englischunterricht in der Grundschule hat sich bewährt“, meinen die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Dorothea Schäfer, und die Schulpädagogin Prof. Susanne Thurn. „Kleine Kinder verfügen über ein natürliches Potenzial fürs Sprachenlernen“, erklärte Susanne Thurn. „Je jünger sie sind, umso sicherer tauschen sie sich aus, verstehen weitgehend sprachlos, imitieren mühelos Ton, Rhythmus und Melodie der Sprache, haben noch keine Angst, Fehler zu machen.“ Im Alter von etwa sechs Jahren sei demzufolge ein Entwicklungszeitpunkt erreicht, in dem die Anzahl der Nervenzellkontakte so hoch wie niemals wieder im späteren Leben ist.
 
Zudem wies die Sprachwissenschaftlerin darauf hin, dass man mit dieser Maßnahme „einen fatalen Rückschritt in die 30er-Jahre des letzten Jahrtausends“ riskiert. Denn:
Die Nationalsozialisten haben auch „die frühen Fremdsprachenversuche in Regelschulen abgeschafft zugunsten der Pflege der deutschen Sprache und Kultur“.

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