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Geldwäsche und Korruption: EU erstellt eine schwarze Liste der Länder
14.03.2019

Die EU-Kommission hat entsprechend der neuen Anti-Geldwäsche-Richtlinie eine schwarze Geldwäscheliste mit 23 Risikostaaten zusammengestellt, die unter Verdacht der Geldwäsche und Terrorfinanzierung stehen. Bei Geschäften mit diesen Ländern sollten die europäischen Banken und Geldinstitute besonders aufmerksam agieren. Unter anderem stehen Afghanistan, Nordkorea, Iran, Saudi-Arabien, Panama aber auch die Bahamas und die Amerikanischen Jungferninseln auf der Geldwäscheliste. 
 
Nun wurde die im vergangenen Monat von der EU-Kommission präsentierte Geldwäscheliste von fast allen EU-Staaten mit der Ausnahme von Belgien abgelehnt. Bei der Erstellung der Liste wurden angeblich nicht wirklich transparente und belastbare Kriterien verwendet und mangelte es unter anderem an der Beratung mit betroffenen Staaten. Laut SPIEGEL sind es vor allem die USA und Saudi-Arabien gewesen, die massiv gegen die schwarze Geldwäscheliste protestierten.
 
Auch die Regierung von Panama, das nach der Veröffentlichung der sogenannten Panama Papers als Steuerparadies und Geldwäschezentrum gilt, kritisierte die mangelhafte Kommunikation seitens der EU-Kommission. Die EU-Justizkommissarin Vera Jourova versprach eine „gründliche Debatte“ mit den Mitgliedstaaten. „Wir müssen sie erneut fragen, was sie konkret nicht mochten“, so die Politikerin.

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