Politik
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Häftlinge freigelassen – wegen Coronavirus
26.03.2020

Die Coronavirus-Pandemie stellt auch die Justizbehörden vor große Herausforderungen. Das Bundesland NRW ist am meisten von der Corona-Krise betroffen. Die Landesregierung hat sich nun entschlossen, Kurzzeit-Häftlinge zu entlassen. Eine entsprechende Anordnung hat der NRW-Justizminister Peter Biesenbach erteilt. Häftlinge, die eine Haftstrafe von bis zu 18 Monaten verbüßen sollen, sind freizulassen. Der Beschluss wird damit gerechtfertigt, dass man mit dieser außerordentlichen Maßnahme die Verbreitung des Virus in den Gefängnissen verlangsamen wolle. Über den Beschluss sollen sich nun etwa 16.000 Häftlinge freuen.

Fast gleichzeitig mit dieser Maßnahme teilte der NRW-Innenminister Herbert Reul bei einer Presse-Konferenz mit, dass die Gewalt auf allen Ebenen angestiegen ist. Außerdem warnte er vor einer aktuellen Betrugswelle. Kriminelle gehen von Haus zu Haus und geben vor, Corona-Tests durchführen zu wollen. Wenn die Kriminellen ins Haus gelangen, bestehlen sie leichtgläubige Anwohner. Reul nannte diesen Betrug „den Enkeltrick im weißen Kittel“.
 
Die Polizei muss jetzt auch die Verstöße gegen die Mindestabstandsregel bestrafen. Eine neue kriminelle Tendenz in der Corona-Krise stellen handfeste Auseinandersetzungen bei Toilettenpapierkauf dar. Die Freilassung von Häftlingen wird sicherlich nicht zur Verminderung der Kriminalität beitragen.
 
 

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