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Interpol setzt neue Waffe gegen Islamisten ein
04.04.2019

Das Interpol startet im April die Pilotphase des neuen Projekts mit dem Namen „D-Tech“, an dem sich auch das Bundeskriminalamt beteiligt wird. Darunter verbirgt sich eine Gesichtserkennung-Software, mit deren Hilfe die IS-Rückkehrer identifiziert werden sollen. „`D-Tech` sollte Interpol in die Lage versetzen, digitale Materialien wie Bilder, Videos, Dateien mit Bezug zu Terroristen (…) nutzen und auswerten zu können“, erklärt das Bundesministerium.
 
Es gibt rund 1000 deutsche IS-Anhänger, die nach Syrien gegangen sind. Ein Drittel davon ist mittlerweile nach Deutschland zurückgekehrt, ein Drittel sollte nach Angaben des BKA nicht mehr am Leben sein. Aber wo hält sich der Rest auf, ist den Behörden nicht bekannt. Die Datensätze zu rund 692 Personen wurden an Interpol bereits übermittelt. Es bleibt in vielen Fällen aber unklar, inwieweit sie sich strafbar gemacht haben.
 
Das könnte man mit Hilfe der „D-Tech“ und ihre Gesichtserkennung und Auswertungs-Algorithmus klären, die die Bilder von einzelnen Personen erfassen und auf Übereinstimmungen prüfen. Dank „Open Source Intelligence“ (OSINT) stehen die offen zugänglichen Quellen im Internet zur Verfügung bereit und auch Dienste wie YouTube, Facebook oder Twitter werden als „kooperierende Anbieter“ in Betracht gezogen. Vereinbart es sich eigentlich mit dem Datenschutz? Nicht wirklich. „Wenn es zutrifft, dass die Polizeiorganisation das Internet nach Personen durchsucht, dann geraten dadurch Tausende Unbeteiligte oder Kontaktpersonen ins Visier der Behörde. Spätestens wenn diese Fotos oder Filme beim Interpol gespeichert werden, wäre dies rechtswidrig“, sagte der europapolitische Sprecher der Fraktion Die Linke Andrej Hunko.
 
 
 

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