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Justiz weist Inkassounternehmen in die Schranken
06.06.2019

Inkassounternehmen verlangen oft mehr als 70 Euro für ein Mahnschreiben. Das Bundesjustizministerium hält das für überzogen und will mit seiner neuen Reform die Verbraucher schützen. „Wir werden bei den Gebühren einen engen Rahmen setzen, und wir werden mehr Transparenz schaffen“, erklärte Justiz-Staatssekretär Gerd Billen dem „Tagesspiegel“ gegenüber.
 
Die hohen Zinsen und Gebühren, die Inkassounternehmen auf die zu zahlende Rechnung draufsetzen, sind zu hoch und nicht gerechtfertigt. Die unklaren Forderungen soll es nicht mehr geben. Schon im März bereitete die Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) ein Eckpunktpapier vor.“ Wir werden noch in diesem Jahr einen Gesetzesentwurf vorlegen“, sagte Billen.
 
Bis jetzt können Inkassounternehmen die Verbraucher mit Zwangsvollstreckungen und Lohn- und Gehaltspfändungen dermaßen einschüchtern, dass es oft zur Zahlung der überzogenen Forderungen kommt. Mit der Reform will das Bundesjustizministerium nicht nur bessere Aufsicht solcher Unternehmen schaffen, sondern auch das Gebührenniveau senken. Auch Unternehmen werden ihre Kunden künftig über die Fristen und die Konsequenzen deren Versäumnisse informieren müssen.

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