Politik
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Kann man Antisemitismus rechtfertigen?
09.04.2019

Kann man Antisemitismus oder eine andere Form von Rassismus überhaupt rechtfertigen? Eine klare Antwort sollte Nein sein. Sollte, denn leider geht aus der veröffentlichten Abschlussdokumentation eines Schulprojekts zum Thema Antisemitismus etwas ganz anderes hervor. Eine zunehmende Islamfeindlichkeit sei der Grund für den Antisemitismus junger Muslime. Damit, “dass sie durch die zunehmende Islamfeindlichkeit selbst abgewertet und diskriminiert werden“, rechtfertigen die jungen Muslime ihre antisemitischen Einstellungen. 


Eigentlich wurde das Projekt „Extreme out – Empowerment statt Antisemitismus“ als ein Präventionsprojekt vom Liberal-Islamischen Bund in Hamburg ins Leben gerufen und lief zwischen 2015 und 2018 an zwei Schulen in Dinslaken und Duisburg-Marxloh. Die antisemitischen Einstellungen bei Jugendlichen mit muslimischen Glauben hätten beleuchtet und bearbeitet werden sollen. Schließlich haben die Experten die Hass-Gefühle der Muslime gegenüber den Juden de facto gerechtfertigt.  


Die Mitglieder der muslimischen Minderheit suchen in einer anderen Minderheit „eine Art Sündenbock, um selbst erfahrene Diskriminierung durch Verschwörungstheorien zu erklären“, hieß es in dem Bericht der Bundeszentrale für politische Bildung. Und das sei „ein höchst bedenklicher“ Mechanismus, denn die muslimischen Jugendlichen geben an, „in einer ähnlichen Opferrolle wie Juden zu sein“. Als Folge streben sie nach dem gleichen Solidarisierungsprozess. 
Die Logik des Berichts ist aber höchst umstritten, denn mit der subjektiven Opferrolle kann man eigentlich jedes Verbrechen rechtfertigen. Der Täter sei unschuldig, weil er selber ein Opfer sei.

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