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Kinderehen-Verbot ist verfassungswidrig?
19.12.2018

Der Bundesverfassungsgerichtshof (BGH) hält das vom Bundestag verabschiedete Kinderehen-Verbot für verfassungswidrig. Das Gesetz verstoße gegen die Menschrechte, denn „diese Regelung versagt den nach ausländischem Recht wirksam geschlossenen Ehen den gebotenen Schutz“, so die offizielle Stellungnahme des BGH. Doch genau das Gegenteil ist in Wirklichkeit der Fall. Nach übereinstimmenden Angaben vieler Menschenrechtsorganisationen werden junge Mädchen aus Kriegsgebieten zur Ware: Sie werden gekauft, verkauft und zwangsverheiratet.
 
Die Eltern hoffen, ihre Töchter durch die frühe Heirat vor körperlichem Schaden und Missbrauch zu schützen. Vor diesem Hintergrund sind die Flüchtlingslager zu einer Heiratsbörse geworden. Reiche Männer aus den Nachbarländern reisen in die Camps, um sich eine Ehefrau zu kaufen. Wenn es vor dem Krieg nur 13 Prozent der syrischen Mädchen bei ihrer Hochzeit jünger als 18 Jahre waren, sind es nun bereits mehr als 51 Prozent.
 
In den meisten Fällen sind die Folgen einer Kinderehe verheerend. Mädchen brechen die Schule ab, werden von ihren Familien isoliert und sind in der Ehe Gewalt oder Misshandlungen ausgesetzt. BGH-Richtern müssen eigentlich diese Tatsachen gut bekannt sein. Trotzdem stellen sie sich beim Gesetz gegen die Kinderehen quer. 

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