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Kondome für Harz-IV-Empfänger: Die Armen sollen sich nicht vermehren?
07.03.2019

Laut mehreren Studien der Bundeszentrale ist die Wahrscheinlichkeit, ungewollt schwanger zu werden, bei Frauen aus armen Verhältnissen höher als bei Frauen mit einem guten Einkommen. Weil die Verhütungsmittel teuer sind, verzichten die Harz-IV-Empfänger oft darauf. Kein Wunder, denn im Regelsatz von Harz-IV für Gesundheitspflege monatlich nur 15 Euro vorgesehen sind.
 
Und das reicht natürlich vorne und hinten nicht. Der monatliche Preis für die Pille beträgt zwischen 4 und 22 Euro und eine Packung Kondomen schlägt mit ca.7 Euro zu Buche. Das führt zur fast dreifachen Abtreibungsquote bei Harz-IV-Empfängerinnen im Vergleich zu gutsituierten Frauen. Laut dem § 49 Zwölften Sozialgesetzbuch werden die Kosten für die empfängnisverhütenden Mittel vom Staat übernommen, aber lediglich, wenn sie vom Arzt verordnet sind.
 
Doch mehr und mehr Städte nehmen das Problem ernst. In Karlsruhe, Mannheim, Berlin und Heidelberg gibt es nun die Kostenübernahme für die Verhüttungsmittel auf Antrag. Als Nächste gesellt sich auch München dazu. Die Antragsteller müssen eine der Sozialleistungen beziehen, mindestens 20 Jahre alt sein und im Landkreis München wohnen. Als Sozialleistungen gelten Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Hilfe zum Lebensunterhalt oder Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, Wohngeld, Kinderzuschlag und Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.
 
 

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