Politik
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Korrupt, inkompetent, gefügig: EU sucht den Superpolitiker
08.07.2019

Die EU-Untertanen haben ihre Arbeit geleistet und zahlreich zu der EU-Wahl erschienen. Nun machen sich die Politiker die Welt, wie es ihnen gefällt. Nach einem langen Gezerre sollte das EU-Parlament sogar zwei weibliche Gesichter bekommen. Ehemalige IWF-Präsidentin Christine Lagarde ist eine davon und ist derzeit als EZB-Chefin nominiert. Lassen Sie uns ihren politischen Werdegang näher betrachten.

 

 

Im Falle der Christine Lagarde bekommt das EU-Parlament eine sowohl erfahrene, als auch vorbestrafte Politikerin. Als Chefin des IWF wurde Lagarde von einem Sondergericht im Jahr 2016 schuldig gesprochen. Obwohl sich dieser französische Gerichtshof nur mit den amtierenden und ehemaligen Amtsträgern beschäftigt und macht eigentlich alles, damit diese ihre Strafe umgehen, konnte Lagarde einem Urteil nicht entkommen. Per Schiedsgerichtsspruch musste die damals Finanz- und Wirtschaftsministerin dem wegen Finanz-Affären mehrfach vorbestraften Unternehmer und Politiker Bernard Tapie eine Entschädigung von 400 Millionen Euro zugehalten. Eine vorbestrafte Präsidentin wäre für den Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht haltbar, deshalb sprach das Sondergericht Lagarde zwar schuldig, aber es wurde auf eine Strafe verzichtet. Wie der IWF im Nachhinein selbst einräumte, ergaben sich in der Zeit unter Lagardes Leitung schwerwiegende Fehler, Versäumnisse und „bedeutende Misserfolge“.

 

 

Auch als die neue Chefin der EZB kann Christine Lagarde mit gigantischen Problemen rechnen. Sie können nur dann bewältigt werden, wenn die EZB sich, wie angebracht, vollkommen unabhängig von Politik und Regierungen macht. Der Werdegang von Lagarde beweist, dass sie ganz anders agiert. Eigentlich wurde die ehemalige IWF-Präsidentin genau deswegen nominiert, weil sie sich ohne Bedenken der Politik oder der Regierung diente.

 

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