Politik
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Korruption auf Kosten der Armen: So bereichern sich AWO-Funktionäre
05.02.2020

Die Arbeiterwohlfahrt sollte sich eigentlich um Bedürftige und arme Familien kümmern. Auch Kindergärten, Schulen, Kliniken und Beratungsstellen werden von der AWO betreut. Vor Kurzem wurde gegen mehrere führende Funktionäre der Arbeiterwohlfahrt Frankfurt, Wiesbaden und des AWO-Bezirks Hessen-Süd einen schweren Verdacht erhoben. Es ging um sehr hohe Gehälter, teure Dienstwagen, Grundstücksdeals und Korruption. Nun weitet sich der Skandal aus: In Thüringen machte sich der ehemalige AWO-Landesgeschäftsführer ein schönes Leben auf Kosten der Armen.

 

Die Gemeinnützigkeit bringt den Verbänden wie AWO große steuerliche Vorteile mit sich. Im Gegenzug ist die Höhe der Gehälter, die Führungskräfte verdienen, klar geregelt: 150.000 Euro dürfen sie nicht übersteigen. Doch bezog 63-jähriger Michael Hack, der ehemalige AWO-Landesgeschäftsführer und heutiger "Hauptgeschäftsführer" einer gemeinsamen Tochtergesellschaft der AWO Thüringen und des AWO-Kreisverbands Erfurt (AJS), offenbar ein viel höheres Gehalt. Sogar im Ruhestand kann er sich dank eines attraktiven Altersteilzeitvertrags auf 80% seiner bisherigen Bezüge freuen. Ein Mercedes-SUV GLE 400 mit 330 PS nutzte er als einen Dienstwagen ebenfalls.

 

Dabei hat Hack auch in der Vergangenheit keine weiße Weste gehabt. 2005 wurde er als Mitarbeiter der AWO Thüringen in eine Affäre verwickelt. Michael Hack schloss mit einem Partnerunternehmen einen Vertrag ab und beteiligte sich dadurch an den Gewinnen. Dafür wurde er zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt. Seiner Karriere machte es aber kein Abbruch. 

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