Politik
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Krebskranker Schüler wird statt einem Verbrecher abgeschoben?
08.03.2018

Immer wieder berichtet man von Abschiebungen, und es geht immer um einzelne Menschen. Jetzt schreibt Focus Online von dem Schicksal des 14-jährigen Armeniers Edgar S., der auch abgeschoben werden muss. Und er ist schwer krank, denn er hat Krebs. Er wird in der Kinderonkologie des Essener Uni-Klinikums behandelt. Jetzt muss er, seine Eltern und sein kleiner Bruder nach Armenien abgeschoben werden. Armenien gilt schließlich als sicheres Herkunftsland.
 
„Als Grund hat das BAMF angegeben, dass Edgar die laufende Nachbehandlung auch in Armenien abschließen könne“, kommentierte  Beate Zilles, Rektorin des Helmholtz-Gymnasiums in Essen gegenüber dem Focus-Online. Seine Klassenkameraden wollen aber die Abschiebung verhindern und protestieren dagegen. Dafür haben sie rund 1000 Unterschriften gesammelt und ans Ausländeramt übergeben. Damit wollen sie erreichen, dass seine Krebsbehandlung in Deutschland abgeschlossen wird.
 
Es handelt sich um eine Krebsart, die vererbbar ist. Die behandelnden Ärzte sind sicher, eine „engmaschige Nachsorge“ mit Magnetresonanztomographien sei unverzichtbar. „Das die Nachbehandlung von Edgar in Deutschland qualitativ besser ist als in Armenien, dürfte niemanden verwundern“, sagte Schulleiterin Zilles.
 

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